Daniel Maag aus Oberglatt ZH hält seine Fleckvieh-Milchkühe von März bis Oktober rund um die Uhr auf der Weide. Morgens und abends melkt er sie mit einem mobilen Melkstand. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Betriebsleiter des «Hof Wiesengrund» intensiv mit der Weiterentwicklung der Weidehaltung und des Witterungsschutzes für seine Tiere.
Die Intensivierung der Hitzephasen ist dabei ein bedeutender Faktor. Dabei beschäftigt ihn, wie er den Kühen ein verlässliches Schattensystem zur Verfügung stellen kann. Aber auch vor dem Hintergrund des hohen Publikumsverkehrs ist dies ein wichtiges Thema.
«Die Tiere stehen trotz des Schattensystems auch oftmals lieber in der Sonne. Wenn auf der Weide jedoch kein Schattensystem zu sehen ist, machen viele Spaziergänger oder Radfahrer direkt Meldung an das zuständige Veterinäramt», berichtet der Landwirt. Ohne Schattensysteme auf jeder Weide gehe es nicht.
Aus der Landwirtschaft, für die Landwirtschaft

Aus der täglichen Praxis heraus hat Daniel Maag also ein mobiles Schattensystem entwickelt, das speziell für Weidebetriebe geeignet ist. Nach mehreren Prototypen und zahlreichen Verbesserungen sei nun eine praxistaugliche Lösung entstanden. Für Vollweidebetriebe gebe es aktuell nur wenige stabile Lösungen.
«Ich bin überzeugt, dass viele Landwirtinnen und Landwirte von einem einfachen, mobilen und bezahlbaren Schattensystem profitieren könnten», sagt Maag, der mit seinem Schattensystem einen konstruktiven Beitrag leisten und eine gute Lösung für die Schweizer Landwirtschaft fördern will.
Das Kernproblem sei, dass die Hitze oft mit Gewittern und Sturm einhergehe. «Ich habe schon mit vielen Gestellen und Planen experimentiert, aber es ging alles kaputt», so Maag.
Schatten spendet ein Netz aus dem Obstbau
Das Grundgerüst bilden vier Betonblock-Bausteine, die gegenüber voneinander aufgestellt werden. Diese sind umgeben von einem Gestell aus Vierkant-Stahlstreben, die etwa drei Meter in die Höhe ragen und am obersten Punkt durch einen Querträger verbunden sind. An diesem ist ein Netz befestigt, welches zu der gegengleichen Konstruktion auf der Gegenseite gespannt wird. Eine Plane wirke bei Wind wie ein Segel, deshalb sei sie keine dauerhafte Lösung.
Stattdessen nutzt Daniel Maag ein winddurchlässiges Netz, wie es auch im Obstbau zum Schutz der Kulturen verwendet wird und das weniger Angriffsfläche für den Wind bietet. Zum Umsetzen der mobilen Schattenlösung wird das Netz abgehängt und die Betonblöcke samt Gestell werden mit dem Stapler versetzt. Die Tiere gewöhnten sich schnell daran.
«Es ist ein einfaches System, mit dem viele Quadratmeter Schatten geschaffen werden können», sagt der Daniel Maag. Die Stallbaufirma B&M habe Interesse an Maags Schattensystem gezeigt und möchte dieses nachbauen und verkaufen. Die Preisbildung sei bislang noch unklar, berichtet der Landwirt, denn es sei offen, ob seitens der Landwirtinnen und Landwirte mit Weidehaltung Interesse am Schattennetz besteht.
Betriebsspiegel Hof Wiesengrund
Betriebsleiter: Daniel Maag
LN: 40 ha
Kulturen: Kartoffeln, Weizen, Gerste, Karotten, Randen, Zwiebeln, Knoblauch, Mais
Tierbestand: 25 Milchkühe plus Nachzucht
Weitere Betriebszweige: Gastronomie und Eventlocation

