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Fünf Jahre bis zum ersten Umtrieb: Andy Jennis Weg zur Pouletmast

Die Nachfrage nach Pouletfleisch wächst ungebrochen, doch neue Mastställe stossen oft auf Widerstand. Daher unterstützt Bell angehende Produzenten, wie Andy Jenni, mit einem Projektleiter.

Fünf Jahre hat es gedauert. Anfang August 2026 war es endlich so weit: Andy Jenni hat die ersten Güggeli eingestallt. Er führt in Bangerten BE einen Ackerbaubetrieb mit 27 Hektaren und hat bis anhin viel auswärts gearbeitet. Jetzt betreibt er als weiteren Betriebszweig die Pouletmast.

Die Nachfrage nach Pouletfleisch steigt nach wie vor. Doch viele Bauprojekte sind zum Teil über Jahre blockiert, nicht nur durch Auflagen der zuständigen Ämter, sondern vor allem auch durch Einsprachen: Die Masthallen haben in der Bevölkerung einen schlechten Ruf.

Da Bell daran interessiert ist, die Inlandproduktion zu steigern, begleiten sie nun neue Produzentinnen und Produzenten mit einem Projektleiter. Dieser koordiniert nicht nur die konkreten Abläufe rund um das Bauprojekt, sondern auch die Kommunikation mit den Ämtern. Dazu kommt die mitunter sehr aufwendige Arbeit mit der Nachbarschaft, wenn diese, wie bei Jenni, mit Einsprachen das Projekt blockiert.

Betrieb mit neuem Standbein zukunftsfähig machen

Andy Jenni hat eigentlich alles richtig gemacht: Noch während der Planungsphase hatte er mit den Plänen seine Nachbarn aufgesucht. Diese hatten jedoch befürchtet, dass es um «industrielle Massentierhaltung» gehe, und entsprechende Einsprachen erhoben.

Für Jenni ist dieses Projekt wichtig, um den Betrieb als Familienbetrieb zukunftsfähig zu machen. Die Pouletmast ist gut planbar, der Aufwand hält sich im Rahmen und die Logistik wird bei Jenni von Bell übernommen.

Mit Bell hat Jenni einen Partner, der sich um sämtliche Angelegenheiten kümmert: Vom Bau der Halle über die Einrichtung und das Futter bis hin zur Logistik des Ein- und Ausstallens läuft alles über Partnerfirmen von Bell.

«Dafür ist vorgegeben, von wem ich Einrichtungen und das Futter beziehen muss», führt er aus, «und ich habe mich für die nächsten fünf Jahre verpflichtet, mit Bell zusammenzuarbeiten.»

Andy Jenni arbeitet mit Bell zusammen. (Bild: Isabel Althaus)

Für Jenni ist dieses All-in-one-Konzept sehr praktisch; er musste sich weder um technische Daten noch um Offerten kümmern. Mit der Tochterfirma von Bell, Aniviva, sind auch die Einrichtungen vom selben Partner.

Härtetest der Anlagen im ersten Umtrieb

Steuerungssysteme bilden das digitale Herzstück der Pouletmast. Sie verknüpfen sämtliche technischen Komponenten und steuern diese vollautomatisch. Da Masthühner sehr rasch wachsen, müssen Faktoren wie Temperatur, Futterzufuhr und Luftqualität optimal aufeinander abgestimmt werden. Fortschrittliche Systeme arbeiten mit vordefinierten Wachstumskurven: Die Steuerung passt Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2‑Gehalt an Alter und Gewicht an.

Den Härtetest mit der Lüftung hatte Jenni im August bei den hohen Temperaturen in der Praxis: Die Halle ist 3,80 m hoch, es braucht viel Volumen, um die Luft genügend umzuwälzen. Sieben Lüfter sorgen abwechselnd für Frischluft. Wenn es trotzdem zu heiss werden sollte, kann er mit der Vernebelungsanlage die Temperatur in der Halle senken.

Bei seiner Lage, in der Landwirtschaftszone mit genügend Abstand zum Nachbar, ist eine zusätzliche Luftwäsche nicht nötig. Bei Jenni halten sich die Emissionen im Rahmen: «Wir hatten schon alle Wetterlagen während des ersten Umtriebs», sagt Jenni, «auch mit Bise oder Westwindlage oder bei hohen Temperaturen müssen die Nachbarn nicht unter Geruchsemissionen leiden.» Da er eine Intensivmast ohne Label betreibt, haben seine Güggeli nur einen kleinen Wintergarten als Auslauf. Dieser ist mit sehr feinen Netzen ausgestattet: «Auch bei einem weiteren Seuchenfall sind wir gewappnet, die Netze sind so fein, dass nicht einmal eine Fliege durchkommt», erklärt Jenni.

Komplexe Steuerungssysteme

Die Einstreue im neuen Güggelistall hat Jenni mit Pellets aus Dinkelspreu gelöst. Diese Einstreue verhindert eine zu starke Ammoniakbildung. Für ihn als Ur-Dinkelproduzent ist es eine gute Lösung, ein Abfallprodukt aus der Lebensmittelproduktion im Stall einzusetzen.

Die Tränkeschalen und die Fütterung sind aufgehängt, dass sie mit zunehmendem Wachstum der Güggeli «mitwachsen» und für die Reinigung ganz hochgezogen werden können. Fütterung und Tränke laufen über ein komplexes Steuerungssystem. Ein Ausfall der Lüftung könnte gerade bei hohen Temperaturen gravierende Folgen haben. Auch die Zuverlässigkeit des Futternachsschubs und die Versorgung mit frischem Wasser sind notwendig.

Zudem wird die Temperatur exakt überwacht. Die Mastgüggeli sind sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen – wird es zu kalt, muss eine Heizung zugeschaltet werden. Da bei Jenni die Planungsphase sehr lange gedauert hat, war bei ihm von Anfang an eine Gasheizung geplant. Üblicherweise wird heutzutage mit einer Pellet- oder Schnitzelheizung geheizt.

Für Jenni hätte eine Pellet- oder Schnitzelheizung eine Erweiterung der bestehenden Anlage bedeutet. Dies hätte erhebliche Mehrkosten verursacht, da deren Leistung nicht ausreicht, um zusätzlich die Halle zu beheizen.

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