«Wasser wird ein Schlüsselfaktor für die Zukunft sein», zeigte sich Thomas Egger überzeugt. Als Präsident der Sortenorganisation Raclette du Valais AOP blickte er an der Delegiertenversammlung in Bramois auf ein besonderes Jahr zurück.
Die Trockenheit im letzten Sommer hatte dazu geführt, dass die Produktion von Raclette AOP mit 2458 Tonnen um 103 Tonnen geringer ausfiel als noch im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von knapp sechs Prozent. Die Folgen waren ein tiefer Lagerbestand und Lieferengpässe, wie Urs Guntern, Direktor der Sortenorganisation, ausführte.
Das Marketing stärken
Erfreulich waren hingegen die ausgezeichneten Resultate der Käsetaxation. 99,5 Prozent aller bewerteten Käse fielen in die höchste Klasse A. Um diese Qualität gezielt zu vermarkten, wurde die Geschäftsstelle um eine Position erweitert. So unterstützt Fabienne Schnyder-Fournier seit Anfang Jahr die Sortenorganisation als Direktions- und Marketingassistentin. Nebst dem neuen Käseverpackungspapier stellte sie auch das Angebot vor, die Produzenten bei der Gestaltung der Etiketten zu beraten.
Weitere personelle Änderungen stehen im kommenden Jahr an: So gab Thomas Egger bekannt, an der nächsten Delegiertenversammlung als Präsident der Sortenorganisation zurückzutreten.
Angepasstes Pflichtenheft
Der Vorstand schlug vor, die Definition der zugelassenen Kulturen im Pflichtenheft anzupassen. Die heutige Spezifikation, dass die Milchsäurekulturen auf Bakterien aus Walliser Käsereien basieren und in Rohmischkultur gezüchtet werden müssen, sei nicht praktizierbar.
Die neue Formulierung legt nun fest, dass die Verarbeitungsmilch für den Raclette du Valais nur mit sortenspezifischen Kulturen geimpft werden darf. Eine Liste, die in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden erarbeitet wird, soll definieren, welche Kulturen unter diesen Begriff fallen. «Das Ziel ist es, dass wir so bei Problemen auf andere Kulturen ausweichen können», erklärte Thomas Egger.
40 Prozent müssen aufholen
Im Anschluss informierte Daniel Koller von den Schweizer Milchproduzenten über den Grünen Teppich – dem Branchenstandard für nachhaltige Schweizer Milch, welcher ab 2024 verbindlich ist. Im Wallis erfüllen heute 60 Prozent der Milchproduzenten die Anforderungen, zeigte Koller auf. Der Rest scheitere oft am zweiten Kriterium, welches eine Beteiligung am RAUS-, am BTS- oder am Weidebeitragsprogramm vorschreibe.
Eine der drei Kompensationsmöglichkeiten, trotzdem auf den Grünen Teppich zu gelangen, stellte Judith Peter-Egli, Tierärztin und CEO des Rindergesundheitsdienstes Schweiz, vor. Das «Basis-Gesundheitsprogramm Milchvieh» beinhaltet einen jährlichen Besuch des Bestandestierarztes, der zusammen mit den Betriebsleitern die Tiergesundheit beurteilt. Der Fokus liege dabei nicht auf Einzeltieren, sondern auf der gesamten Herde.
Gerade für Betriebe im Wallis sei dies eine Möglichkeit, die Anforderungen des Grünen Teppichs rechtzeitig zu erfüllen. Peter-Egli betonte dabei: «Es ist keine Kontrolle, sondern eine Chance, mit dem Tierarzt ins Gespräch zu kommen und mögliche Problemfelder auf dem Betrieb zu identifizieren.» Sie erinnerte daran, sich bis zum 1. Oktober für diese Kompensationsmöglichkeit anzumelden. Der Betriebsbesuch müsse dann bis Ende Jahr organisiert werden.

