Im Kanton Basel-Landschaft hat die Trockenheit 2026 ein Ausmass erreicht, das die Kantonsregierung in einer Mitteilung als «noch nie gemessen» bezeichnet. Laut Regierung fallen zwei bis drei der üblichen vier bis fünf Grünlandschnitte aus, der Mais bringt oft nur 25 bis 40 Prozent der Normalernte. Winterfutter werde bereits jetzt verfüttert, Kuhschlachtungen nähmen zu, Bewässerung und Trinkwasserzukauf belasteten zusätzlich die Kasse.
Begründetes Gesuch und zwei Buchhaltungsabschlüsse
Konkret beantragt der Regierungsrat dem Landrat 2 Millionen Franken für zinslose Überbrückungskredite an Landwirtschaftsbetriebe, die wegen der Trockenheit 2026 in Liquiditätsengpässe geraten sind. Die Darlehen sollen zwischen 10 000 und 50 000 Franken liegen und innert höchstens zehn Jahren zurückgezahlt werden; Beträge unter 50 000 Franken früher. Gesichert werden sie per Grundpfand. Zuständig für Prüfung und Auszahlung wäre die Landwirtschaftliche Kreditkasse am Ebenrain. Für den Antrag sollen ein begründetes Gesuch und die letzten zwei Buchhaltungsabschlüsse genügen.
Bis zu 100 000 Franken Schaden
Im Fonds für Betriebshilfedarlehen liegen laut Vorlage noch rund 600 000 Franken flüssige Mittel bei einem Gesamtbestand von 4,6 Millionen Franken. Das reiche nicht. Ob die beantragten 2 Millionen als rein kantonale Nothilfe fliessen oder als Gegenleistung Bundesmittel auslösen, hängt von Bern ab. Der Bundesrat hat Ende August eine einmalige Aufstockung der Betriebshilfe um 54 Millionen Franken beantragt. Zieht der Bund mit, stünden Kanton und Bund zusammen rund 4 Millionen plus Restfonds zur Verfügung.
Die neue Ausgabe untersteht dem fakultativen Referendum. Wann der Landrat entscheidet, ist noch offen. Die Regierung schreibt, die Betriebe bräuchten das Geld «ab sofort», etwa für Futterzukäufe. Die Höhe der Einbussen pro Betrieb beziffert sie nicht genau – sie belaufe sich je nach Betrieb auf wenige Tausend bis weit über 100 000 Franken.

