Was ist heute die wichtigste Ursache für Erosion?
Volker Prasuhn: Immer schwerere Maschinen sowie der zunehmende Zeitdruck, vor allem für Lohnunternehmer, führen zu Bodenverdichtungen. Dies fördert die Boden-Erosion, besonders anfällig sind hier Fahrgassen.
Wann ist das Risiko besonders gross?
Beispielsweise bei der Winterweizen-Saat nach Kartoffeln und Zuckerrüben und starker Boden-Beanspruchung bei der Ernte der Vor-Kultur. Erfolgt die Saat spät im Jahr, ist die Bodenbedeckung über den Winter schlecht.
Häufige Ursachen bei besonders starken Erosions-Ereignissen sind jedoch auch Fremdwasser-Zuflüsse von Grasflächen aus dem Wald oder von Strassen und Wegen. Diese sind nicht bewirtschaftungsbedingt, sondern infrastrukturbedingt.
Was sind weitere Risiken?
Damm-Kulturen wie Kartoffeln und Karotten sind ein hohes Risiko. Dort sind in der Vergangenheit die grössten Schäden durch falsche Bewirtschaftung aufgetreten. Dabei zeigte es sich, dass der Gemüsebau immer mehr in Hanglagen vordringt. Gemüsebau und Hanglage ist eine riskante Kombination.
Was gibt es für Sofortmassnahmen?
Eine standortangepasste Bewirtschaftung ohne anfällige Kulturen wie Kartoffeln oder Gemüse in Hanglagen oder auf Parzellen mit Mulden. Mais und Zuckerrüben sollten auf solchen Parzellen mit konservierender Bodenbearbeitung und weiten Fruchtfolgen mit viel Kunstwiese und Zwischen-Kulturen angebaut werden.
Hat Erosion in der Schweiz in den vergangenen Jahren abgenommen?
In der Region Frienisberg hat es sich gezeigt, dass Erosions-Schutz in der Praxis erfolgreich möglich ist. Allerdings ist schweizweit noch viel Potenzial vorhanden. Hier muss auch das brandaktuelle Thema Glyphosat und die konservierende Bodenbearbeitung beachtet werden. Der Konflikt zwischen Bodenschutz und Gewässerschutz muss gelöst werden und ich sehe noch einigen Forschungsbedarf.