Für Wetterschmöcker und Bergbauer Martin Holdener war es heuer eine intensive Herbstversammlung des Meteorologischen Vereins Innerschwyz. Einerseits kam er als Titelverteidiger nach Illgau SZ und wollte natürlich den Titel des Wetterkönigs verteidigen. Andererseits führte er als Vizepräsident gleich auch durch die Herbstversammlung, da der Vereinspräsident Josef Bürgler im letzten Frühling zurücktrat, sein Nachfolger aber noch nicht bestimmt war.

Über 600 Personen konnte «Musers Märtl», wie Martin Holdener genannt wird, im beschaulichen Illgau begrüssen, wo an diesem regnerischen Herbstabend jeder Parkplatz benötigt wurde. Die Nummernschilder aus der ganzen Deutschschweiz wiesen auf die grosse Popularität der Muotathaler Wetterschmöcker hin. Als Stimmenzähler schlug sich ein Zürcher Pärchen aus dem Publikum gleich selber vor. Es wurde zwar gewählt, doch einen Einsatz hatte es trotz der Präsidentenwahl keinen, denn der neue Vereinspräsident Felix Betschart wurde ohne Gegenstimme mit kräftigem Applaus gewählt.
Besamungstechniker ist neuer Präsident
«Leider habe ich die Frist für die Bundesratswahlen verpasst, darum übernehme ich nun dieses Amt», erklärte Felix Betschart, der in Schwyz mit seiner Familie einen Landwirtschaftsbetrieb führt, in seiner Begrüssungsansprache. Die Entlöhnung sei bei den Wetterpropheten zudem bedeutend besser als in Bundesbern.
Als Besamungstechniker komme er in der Region viel herum, sagte er. Zukünftig werde er dabei das Wetter als Vereinspräsident noch etwas genauer beobachten. Sein Vorgänger Josef Bürgler wurde für seine 21 Jahre als Verbandspräsident zum Ehrenpräsidenten gewählt.
Holdener erneut Wetterkönig
Den Wanderpreis des Wetterkönigs durfte erneut Martin Holdener in die Höhe stemmen. Er prognostizierte den letzten Sommer am genauesten. Für den kommenden Winter sieht der Mäuse-Spezialist mehrere regenreiche Phasen. Zu Weihnachten gebe es Schnee in tieferen Lagen, im April wachse viel Gras, was die Bauern freue.

Wie wird denn der Frühling?
Von einem föhnigen und wüchsigen April sprach auch Martin Gisler, der in Riemenstalden einen Bergbauernbetrieb führt. Er prognostiziert anhand seiner Beobachtungen an Moos und Flechten an Tannen im Wald aber grüne Weihnachten.
Der Bisistaler Landwirt Roman Ulrich, der sich vor allem an traditionellen Bauernregeln orientiert, prognostiziert einen ganz anderen Frühling als seine beiden Berufskollegen: Ende März komme der Winter zurück, der Frühling lasse sich lange Zeit. Ähnlich deutet auch Älpler Karl Hediger die Zeichen in der Natur: Im März werde es zwar schon bald wärmer. Zu Ostern gebe es aber nochmals Schnee. Auch der Biobauer und Imker Karl Laimbacher sprach von einem eher späten Frühling: Kühle Winde, die seine Ziegen gar nicht erfreuen würden, verzögerten das Wachstum des Grases.
Auch Silvan Betschart prognostiziert Schnee zu Ostern und einen wechselhaften April. Allerdings tat sich der Jäger und Koch dieses Jahr mit den Prognosen etwas schwer: Er beobachtete vor allem das Wild und die Pilze, und diese hätten sich in den vergangenen heissen Monaten kaum gezeigt.

