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Feuerwerk und Tiere: Was Landwirtinnen und Landwirte beachten können

Feuerwerk kann Nutz- und Wildtiere unter Stress setzen. Mit einfachen Massnahmen lassen sich viele Risiken verringern. Ein Überblick über die Empfehlungen von Tierschutzorganisationen und dem Schweizer Bauernverband.

Der 1. August steht vor der Tür. Auch wenn wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Feuerwerksverbote gelten, beschäftigen sich Tierschutzorganisationen und landwirtschaftliche Kreise weiterhin mit den Auswirkungen von Knall und Licht auf Nutz- und Wildtiere. Gleichzeitig steht im November die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» zur Abstimmung. Für Betriebe stellt sich vor allem die Frage, welche konkreten Massnahmen sinnvoll und umsetzbar sind.

Reaktionen von Nutztieren

Feuerwerk kann Nutztiere erheblich belasten. Besonders Pferde reagieren als Fluchttiere sensibel auf plötzliche Geräusche und Lichtblitze. Sie können in Panik geraten, gegen Zäune oder Stallwände rennen oder versuchen, auszubrechen. Auch bei Rindern und Geflügel sind Stressreaktionen dokumentiert: Panikflüge, Zusammenballen der Tiere oder Verletzungen. Stress kann sich zudem verzögert zeigen, etwa durch verminderte Futteraufnahme.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) berichtet, dass ihm zu den konkreten Auswirkungen am 1. August keine systematischen Rückmeldungen vorliegen. Einzelne Betriebe sprechen das Thema jedoch im Zusammenhang mit der kommenden Abstimmung an. Praktische Empfehlungen des SBV und des Schweizer Tierschutzes (STS) decken sich weitgehend: Kühe, die im Sommer oft nachts auf der Weide sind, möglichst auf Flächen halten, die weiter von Wohngebieten entfernt liegen, oder die Tiere in dieser Nacht im Stall lassen.

Pferde sind in der Regel im Stall besser aufgehoben. Ideal ist es, wenn die Betriebsleitenden selbst vor Ort sind und die Umgebung im Auge behalten. Werden in der Nähe private Feuerwerke angezündet, kann ein direktes Gespräch helfen, den Standort zu verlegen.

Wildtiere und Brauchtumsfeuer

Neben dem Lärm stellen auch die traditionellen Höhen- und 1.-August-Feuer ein Risiko dar. Aufgeschichtete Holzhaufen werden von Igeln und anderen Kleintieren schnell als Unterschlupf genutzt. Werden die Haufen angezündet, ohne sie zuvor umzuschichten, können die Tiere nicht rechtzeitig fliehen. Igel rollen sich bei Gefahr zusammen – ein Verhalten, das ihnen im Feuer zum Verhängnis wird.

Der Verein Pro Igel empfiehlt daher klare und einfache Massnahmen: Holzhaufen möglichst erst am Tag des Abbrennens aufschichten. Ist das nicht möglich, sollten sie unmittelbar nach dem Aufschichten mit einem feinmaschigen Zaun gesichert werden, der am Boden dicht abschliesst. Bereits länger stehende Haufen sind unmittelbar vor dem Anzünden vorsichtig und vollständig umzuschichten.

Auch Vögel reagieren stark auf Feuerwerke. BirdLife verweist auf Untersuchungen am Bodensee und Zürichsee. Diese zeigten, dass selbst kurze Feuerwerke grosse Ansammlungen von Wasservögeln für mehrere Tage aus Schutzgebieten vertreiben können. Besonders problematisch sind Sommerfeuerwerke, weil sie in die Brutzeit fallen. Jungvögel können von den Eltern getrennt und dadurch gefährdet werden.

Praktische Checkliste für den 1. August

  • Ställe und Zäune vorab kontrollieren und sichern.
  • Tiere während intensiver Feuerwerkszeiten möglichst in geschützten Bereichen oder im Stall halten.
  • Weideflächen wählen, die möglichst weit von Siedlungen entfernt liegen.
  • Holzhaufen erst am Tag des Abbrennens aufschichten oder absichern bzw. umschichten.
  • Nach dem Feuerwerk Weiden und Ausläufe auf Raketenreste, Drähte und Metallteile absuchen – diese können für Tiere gefährlich werden, wenn sie mit dem Futter aufgenommen werden.
  • Bei privaten Feuerwerken in der Nähe das Gespräch suchen.

Die Initiative und offene Fragen

Die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» will den privaten Gebrauch von lärmendem Feuerwerk einschränken. Öffentliche Feuerwerke an Anlässen von überregionaler Bedeutung sollen weiterhin möglich bleiben. Der STS unterstützt die Vorlage und verweist auf bessere Planbarkeit für Tierhaltende sowie weniger unkoordinierten Lärm und Abfall. Der SBV wird seine Position erst im September an der Landwirtschaftskammer festlegen.

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung bleibt die konkrete Vorsorge auf dem Betrieb der wirksamste Hebel. Mit relativ einfachen Massnahmen lassen sich Risiken für Nutz- und Wildtiere spürbar verringern – ohne das Brauchtum grundsätzlich infrage zu stellen.

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