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Bio-Weidemast: Johannes Hunkeler füttert «sehr extensiv»

Johannes Hunkeler hat den IP-Suisse-Milchwirtschaftsbetrieb schrittweise auf Bio, «Retour aux Sources» und Weidemast umgestellt.

Im Mai war eine BBZN-Exkursion zum Thema Weidemast in Schötz LU auf dem Bio-Hof von Johannes Hunkeler geplant. Die Teilnehmerzahl war dann zu klein, die Weiterbildung fiel aus. Die BauernZeitung erreichte den Betriebsleiter später per Telefon.

Hunkeler übernahm den elterlichen Betrieb Ronmühle in vierter Generation und stellte den IP-Suisse-Milchwirtschaftsbetrieb seit der Übernahme 2022 schrittweise auf Bio-Weidemast um. Für den Agronomen war immer klar, dass er auch einer Arbeit ausserhalb des Hofes nachgehen möchte.

Viel extensives Futter

24 ha LN werden insgesamt bewirtschaftet, davon sind sechs Hektaren mit Naturschutzvertrag, sieben Hektaren in der Fruchtfolge (Kunstwiese, Mais, Dinkel, Soja, Weizen), der Rest ist Grünland. «Sechs Hektaren Weide sind arrondiert», berichtet Johannes Hunkeler. Zwischen sieben und 48 Masttiere sind auf dem Betrieb. Die Schwankungen sind auf die Alpung und die saisonale Übernahme der Jungtiere zurückzuführen.

Auch sechs Pensionspferde gehören zum Betrieb. Der Betriebszweig ist ebenfalls auf Arbeitseffizienz und Verwertung eigener Rohstoffe ausgerichtet. Die Pferde fressen das Futter der extensiven Wiesen, Kraftfutter gibt es keines. Dazu kommt die Wollschweinzucht. Mit 15 Zuchtsauen ist Hunkeler wohl schweizweit der einzige professionelle Züchter. Rund um die Schweine ist er aktuell mit einem Neubauprojekt für einen Tierwohlstall mit Wühlbereich beschäftigt.

Johannes Hunkeler arbeitet bei der Vogelwarte Sempach LU im Bereich der Artenförderung Landwirtschaft. Auf dem Betrieb arbeiten neben dem Betriebsleiter zwei Angestellte in Teilzeit. Dies ermöglicht Abwechslungen an Wochenenden und bei Ferien. Auch der pensionierte Vater hilft bei Arbeitsspitzen aus.

Vor allem Montbéliarde werden gemästet

Nach der Betriebsübernahme 2022 habe er erst noch zwei Jahre gemolken, erzählt der Luzerner. Die Weidemast habe ihn immer interessiert. Im Gegensatz zur Mutterkuhhaltung müssten nicht zwei Mäuler gefüttert werden, sagt er.

Es folgte die zweijährige Umstellung auf Bio-Landbau mit dem Erhalt der Knospe Anfang Jahr. Zusätzlich erfüllt Johannes Hunkeler das Programm «Retour aux Sources» von Aldi. Dazu gehört etwa die antibiotikafreie Produktion, oder dass Aufzuchttiere den Geburtsbetrieb erst nach 120 Tagen verlassen.

Die Kälber hat er alle von einem spezialisierten Weide-Milchviehbetrieb aus Willisau LU, der saisonal produziert. Die Kälber kommen also im Februar und März zur Welt und sind dann im Juni/Juli auf dem Betrieb Hunkeler.

Je nach Rassenkombination – die meisten sind Montbéliarde x Montbéliarde oder Montbéliarde x Norwegisch Bunt, dazu einige Montbéliarde x Angus – wiegen sie dann zwischen 130 und 170 Kilo. Die Mast dauert maximal 30 Monate.

Schlachten zwischen November und Mai

Die Jungen weiden gemeinsam mit zwei Kühen, die Johannes Hunkeler noch aus der Milchviehherde behalten hat. Sie seien wie «eine Aufsicht für den Kindergarten» und würden der Herde Struktur verleihen, so seine Erfahrung.

Im zweiten Jahr gehen die meisten Tiere für einige Monate zur Sömmerung. Die ersten Tiere könne er im November schlachten, die letzten dann im Mai – je nach Alter und Genetik der Tiere. Eine Schlachtreife um die Weihnachtszeit sei nicht ganz optimal, so Hunkeler, sei aber durch die saisonale Abkalbung gegeben. Die Nachfrage wäre einige Monate zuvor besser. Oder dann wieder im Sommer. Dann möchte er jedoch keine alten Tiere mehr haben, da die neue Gruppe auf den Betrieb kommt.

300 Kilo Schlachtgewicht

Das Schlachtgewicht beträgt um die 300 Kilo. Den Zeitdruck wie im normalen Beef-Kanal mit den 730 Tagen, gibt es bei «Retour aux Sources» nicht. Dort gelten 900 Tage. Gut für Johannes Hunkeler. «Wir haben eine sehr extensive Fütterung», sagt er. Wobei es Unterschiede gibt.

Bei besten Weidebedingungen sei ein Kilogramm Tageszunahme möglich, im Winter seien es weniger. Damit die Mastdauer aufgeht, aber mindestens 700 g. Angus-Kreuzungen hätten eine kürzere Mastdauer auf seinem Betrieb und erreichten einfacher eine gute Fettabdeckung. Bei weiblichen müsse man schauen, dass diese nicht verfetten würden.

Wegen der vermehrten Trockenheit in der Region hat Johannes Hunkeler das Weidesystem angepasst – von der Kurzrasenweide hin zu täglichen Koppeln. Diese seien eher klein und das Gras hoch, fast schon wie bei der regenerativen Landwirtschaft, vergleicht er. Mit der Bodenabdeckung sei die Sommertrockenheit besser zu bewältigen.