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Rillenplatten für eine bessere Klauengesundheit der Milchviehherde

Ein massgeschneiderter Mistschieber und ein Rillenboden: Landwirt Tobias Baumgartner hat in seinem Stall ein System, das reibungslos läuft, die Klauengesundheit erhöht und den Kühen sicheren Halt gibt.

Die Klauengesundheit ist massiv besser: Tobias Baumgartner, Landwirt aus Egnach TG, erzählt, dass er der gesamten Milchviehherde dreimal pro Jahr die Klauen schneiden musste. Im Juli 2022 hat er die Gummimatten im Fressbereich des Stalls durch Rillenplatten ersetzt. Seither schneidet er nur noch zweimal jährlich Klauen: «Das ist gesünder für die Kühe, denn das Prozedere ist immer mit Stress für Mensch und Tier verknüpft», ist er überzeugt.

Baumgartner führt einen Milchwirtschaftsbetrieb. 2003 errichteten seine Eltern den Stall als Liege- und Fresshalle, gemolken wurde mit einer Rohrmelkanlage im alten Anbindestall. Als Baumgartner 2013 übernahm, stockte er die Herde auf 46 Tiere auf. Dadurch wurde der Stallwechsel zum Melken der Tiere aufwendiger und der Landwirt entschied sich 2015, im Laufstall einen Melkroboter zu installieren. Zudem erweiterte er den Stall gegen Westen um rund acht Meter, um einen Technikraum sowie eine Abkalbe- und Krankenbucht einzurichten.

Im Laufstall sind zwei Tiefboxenreihen mit zwei Kotschieberentmistungen, die Gänge waren von Anfang an mit Gummimatten ausgestattet. Baumgartner berichtet, dass es im Fressbereich immer wieder Probleme mit Futterresten gab, die am Rand unter die Matten gerieten. «Auch der Verschleiss durch den Kotschieber war stark und nach rund zehn Jahren mussten wir die Matten ersetzen.» Als er im Jahr 2022 bei der zweiten Garnitur Gummimatten wieder Verschleiss feststellte, war für ihn klar: «Jetzt braucht es eine Veränderung.»

Unter den Rändern der Gummimatten sammelten sich Kot- und Futterreste an.
Unter den Rändern der Gummimatten sammelten sich Kot- und Futterreste an.

Ein Rillenboden für guten Halt im Schiebergang des Fressbereichs

An der Tier & Technik in St. Gallen wurde er fündig. Baumgartner wurde am Stand der Grüter Handels AG auf den damals neuen Rillenboden aufmerksam. «Mir ist wichtig, dass meine Tiere sicher stehen und gehen können», so Baumgartner. Zudem legt er Wert auf Langlebigkeit – der Rillenboden lässt sich aufrauen und die Harnrillen lassen sich auffräsen.

Die Rillenplatten wurden auf Mass für den 36,5 Meter langen und 3,5 Meter breiten Laufgang angefertigt. Im Juli 2022 war es so weit: Baumgartner und ein Bekannter entfernten in der Nacht die alten Gummimatten, schnitten alle Schrauben ab, wuschen Gang und Wände und entfernten den alten Kotschieber. Die Kühe wurden am Montagetag auf der Weide gefüttert. In einem intensiven Arbeitstag montierten drei Monteure, zwei Helfer und Baumgartner den Boden. «Um 18 Uhr konnten die Kühe ihren neuen Boden betreten», erzählt Baumgartner.

Ganz frisch montiert: Die Rillen der Bodenplatten sind gut erkennbar.
Ganz frisch montiert: Die Rillen der Bodenplatten sind gut erkennbar.

Tags darauf lieferte die Firma Röösli Stalltech GmbH den neuen Kotschieber. Dieser ist so konstruiert, dass er mit den vorhandenen Seilwinden des alten Schiebers funktioniert.

Baumgartner ist absolut zufrieden: «Das System läuft seit drei Jahren störungsfrei.» Das Räumintervall des Schiebers beträgt drei Stunden. Beide Schieber laufen mit Zeitschaltuhr versetzt zueinander.

Die Sanierung kostete rund 20'000 Franken. «Gummimatten wären ähnlich teuer, aber weniger langlebig gewesen», ist Baumgartner überzeugt. Er ist sicher, dass die Betonplatten eine längere Lebensdauer haben und noch mindestens zweimal aufgearbeitet werden könnten.

Dank Zackenleiste saubere Harnrillen und trockene Klauen

Was ihn besonders überzeugt: Dank einer Zackenleiste aus Nylon sind die Harnrinnen sauber. Der Laufkomfort der Kühe sei dank der Rillen enorm hoch. Weil der Harn grösstenteils durch die Rinnen in die grosse mittlere Schieberführung abläuft, stehen die Klauen nicht im Harn. Baumgartner musste bis jetzt nur ein verschlissenes Schieberseil ersetzen und erwähnt lobend, dass der neue Schieber auch mit Futter, das die Tiere manchmal in den Schiebergang werfen, gut zurechtkomme.

«Die Tiere zeigen Brunstverhalten», berichtet Baumgartner. Die Tiere seien im Sommer auf der Weide, im Winter erkenne er die Brunst dank der Roboterdaten, aber auch durch das Verhalten im Stall. Bis im Herbst hatte er einen Stier in der Herde. Wegen der Blauzungenkrankheit sei dieser böse geworden, seither besamt Baumgartner die Kühe künstlich. Dafür separiert er die brünstigen Kühe: «Für die Ruhe im Stall und die Milchleistung sind brünstige Kühe störend.» Die Milchleistung sei bereits vor der Sanierung hoch gewesen und stabil geblieben.

Baumgartner macht keine eigene Nachzucht, sondern kauft Kühe zu. «Mit dem Rillenboden geht die Angewöhnung rascher», stellt er fest: Die Tiere würden nicht «wie auf Eiern» gehen, sondern hätten sehr guten Halt.

Deshalb plant Baumgartner, demnächst auch die Gummimatten im Liegeboxenbereich durch Rillenplatten zu ersetzen. «Mir ist wichtig, dass die Klauengesundheit hoch ist und sich die Kühe sicher bewegen können.»

Milchwirtschaft ist der Hauptbetriebszweig von Familie Baumgartner im thurgauischen Egnach.
Milchwirtschaft ist der Hauptbetriebszweig von Familie Baumgartner im thurgauischen Egnach.

Betriebsspiegel Betrieb Baumgartner

Tobias Baumgartner, Egnach TG LN: 22,9 ha Bewirtschaftung: IP-Suisse Kulturen: Kunst-, Natur- und Ökowiesen, Mais, 545 Hochstamm-Feldobstbäume (Mostproduktion) Tierbestand: 46 Milchkühe, 15 Mastrinder Weitere Betriebszweige: Lohnarbeiten (Grassiloballen pressen, Winterdienst) Arbeitskräfte: Betriebsleiter