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- Auf dem Mühlehof werden die Liegeboxen mit Stroh eingestreut, dem Desinfektionskalk beigemischt wird. - Mit der Klauen- und Eutergesundheit gibt es kaum Probleme. - Die Gülleseparation ist nötig, ansonsten wäre mit diesem Einstreusystem die Gülle zu dick.
«Mist ist des Bauern List. Vor allem für die Bodenfruchtbarkeit ist er sehr wertvoll», sagt Landwirt Andreas Baumberger. Für ihn war klar, dass er die Milchviehhaltung nach der Betriebsübernahme weiterführen möchte.
Andreas Baumberger ist auf dem Mühlehof im solothurnischen Nennigkofen aufgewachsen und hat den Betrieb 1999 übernommen. Bereits seine Grosseltern haben Milchkühe gehalten und der Stall wurde in den 1970er-Jahren von seinem Vater umgebaut.
Als der alte Stall baufällig wurde, entschied sich Andreas Baumberger für einen Neubau. 2012 nahm er den neuen Liegeboxenlaufstall in Betrieb. Heute leben darin 60 Milchkühe. Der Stall ist so ausgerichtet, dass mit dem Kran gefüttert und gemistet werden kann.
Gemolken wird im 2 × 4-Tandem-Melkstand. Beim Neubau kam bereits die Überlegung auf, einen Melkroboter zu integrieren. Für Andreas Baumberger überwogen damals aber die Vorteile des Melkstands: «So sehe ich jedes Tier zweimal pro Tag und kann bei Bedarf Einzeltiere gleich behandeln. Ausserdem geht das Melken durch den Tandem-Melkstand auch sehr schnell.» Generell mag der Landwirt die Melkarbeit als solches und auch die Struktur, die sie in den Arbeitstag bringt. «Zu 90 Prozent bin ich am Melken», so Baumberger. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass in Zukunft auf einen Melkroboter gesetzt wird.
Seit dem Jahr 2020 führt Andreas Baumberger den Betrieb zusammen mit Dominik Megert als Betriebsgemeinschaft.

Stroh kombiniert mit Desinfektionskalk als Einstreu
Seit fünf Jahren streuen die beiden Landwirte die Liegeboxen mit Stroh und Desinfektionskalk ein. Die Grundlage der Liegematratze besteht aus Langstroh. Darüber liegt geschnittenes Stroh, dem sie Desinfektionskalk beimischen.
Pro Quaderballe verteilen Andreas Baumberger und Dominik Megert rund 10 Kilogramm Desinfektionskalk. Sie schütteln diesen mit dem Stroh auf und verteilen das Gemisch anschliessend mit dem Kran. Pro Woche braucht es etwa eine Quaderballe Stroh. Baumberger und Megert produzieren das gesamte Stroh für ihren Stall selbst.
Vor der Einführung dieses Einstreusystems arbeiteten sie mit Kalk-Stroh-Matratzen, die sie selbst herstellten und halbjährlich wechselten. Das System führte aber auf dem Betrieb zu Problemen mit zu hohen Streuschwellen, weswegen sie auf das heutige System gewechselt haben.
Das neue Einstreusystem ist vor allem durch den Kran sehr arbeitseffizient, die Hauptarbeiten liegen bei der täglichen Boxenpflege sowie beim wöchentlichen Einstreuen.

Gülleseparation wurde von Anfang an integriert
Andreas Baumberger und Dominik Megert pflegen die Liegeboxen täglich am Morgen und am Abend. Von Anfang an wurde im Stall eine Gülleseparation integriert. Eine Pressschnecke trennt die Rohgülle in eine feste und in eine flüssige Phase. «Unser System würde ohne die Separation nicht funktionieren. Die Gülle wäre viel zu fest», erklärt Andreas Baumberger.
Die Gülleseparation bietet pflanzenbauliche Vorteile. «Die Gülle gelangt schneller und besser in den Boden. Ausserdem ist die Futterverschmutzung viel geringer», beobachten die beiden Landwirte. Durch die Separation fallen jährlich rund 300 m3 Mist an, der auf dem Mühlehof im Pflanzenbau eingesetzt wird.

Gesunde Klauen und gute Eutergesundheit
Seit Andreas Baumberger und Dominik Megert auf dem Betrieb Desinfektionskalk einsetzen, sind Probleme mit der Klauenerkrankung Mortellaro so gut wie weg. «2025 mussten wir keine einzige Kuh gegen Mortellaro behandeln. Auch sonst ist es pro Jahr vielleicht ein Tier», so Andreas Baumberger. Zuvor war etwa ein Drittel der Herde von Mortellaro betroffen. Auch die Eutergesundheit ist gut, was sich an den Zellzahlen zeigt. Sie liegen in der Milchviehherde des Mühlehofs durchschnittlich bei 50 000.
Andreas Baumberger betont, dass regelmässiges Einstreuen und eine genügend saubere Liegefläche dafür entscheidend sind. «Wenn wir zu wenig nachstreuen und die Liegeflächen feucht oder nass sind, gibt es mehr Probleme mit Euterentzündungen», weiss er aus eigener Erfahrung.
Der Fliegendruck ist deutlich gesunken, beobachten die beiden Landwirte: Der Kalk bindet Feuchtigkeit, somit sind weniger Brutstätten für die Fliegen vorhanden.
Ein möglicher Nachteil sieht Andreas Baumberger darin, dass der Desinfektionskalk auch gute Keime abtötet. Zudem kommt es im Sommer manchmal vor, dass sich eine Schmierschicht bildet und der Boden rutschig wird. «Mit Wasser benetzen wäre in diesem Fall gut», sagt Baumberger.
Das Liegeboxenmanagement bewährt sich auf dem Mühlehof und spiegelt sich vor allem in der guten Tiergesundheit wider. Andreas Baumberger und Dominik Megert haben ein System gefunden, das auf ihrem Betrieb gut funktioniert.

Betriebsspiegel Mühlehof
Betriebsgemeinschaft: Andreas Baumberger und Dominik Megert, Nennigkofen SO LN: 54 ha Kulturen: Weizen, Mais, Raps, Kartoffeln, Sonnenblumen, Kunst- und Naturwiese, Hochstammobstbäume Tierbestand: 60 Milchkühe, 7 Pensionspferde Weitere Betriebszweige: Holzverkauf, PV-Anlage (75 kWh) Arbeitskräfte: Andreas Baumberger und Dominik Megert

