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Zuchtviehauktion im Diemtigtal: Schöne Kühe gefragt, Milchviehrinder harzig

Trotz Trockenheit und knapper Futterlage wurden 91 von 110 Tieren verkauft; gutes Exterieur erzielte Spitzenpreise, nähige Milchviehrinder lagen bei gut 3000 Franken.

Trockenheit und wenig Futter: Kann unter solchen Umständen eine Versteigerung überhaupt gutgehen? Ja, sie kann es. Das wurde am Samstag, 22. August 2026, an der 45. Zucht- und Nutzviehversteigerung Springenboden-Gsässweid im Berner Diemtigtal bewiesen.

110 Tiere wurden aufgeführt, darunter stand mehr als ein Leckerbissen im Angebot. 91 Tiere konnten schlussendlich verkauft werden. Dass ein starkes Exterieur immer noch anständig bezahlt wird, zeigte sich an der Auktion deutlich. So lag der Durchschnittspreis der Mutterkuhtiere bei 3825 Franken.

Die Milchkühe konnten im Durchschnitt für 3400 Franken verkauft werden. Über alle Rindergattungen lagen die Verkaufspreise dieses Jahr rund 150 Franken tiefer als noch im vergangenen Jahr.

Kalb bei Fuss: Poncet Pamelo Cobalt mit ihrem kleinen Kalb aus dem Stall von Fritz Tobler-Lehnherr aus Erlenbach i. S. konnte für 4300 Franken zugeschlagen werden. (Bild: Peter Fankhauser)

Ein starkes Exterieur wird honoriert

«Wir sind unglaublich zufrieden mit dem Verlauf der Steigerung», bestätigt OK-Präsident Andreas Brügger. Der hohe Publikumsaufmarsch und die Kauflust hätten angesichts der Umstände positiv überrascht. «Viele kauften uns aus Solidarität ein Tier ab, das hat uns sehr gefreut», so Brügger.

Einmal mehr habe sich bestätigt, dass sich eine Vorauswahl der Tiere rechtfertigen würde. «Die vielen Käuferinnen und Käufer wissen, was für eine starke Qualität wir jedes Jahr haben», so der OK‑Präsident. Am besten liefen die Kühe, welche nicht nur eine Laktation abgeschlossen hatten, sondern auch Kühe mit gutem Exterieur. Die Preise der nähigen Milchviehrinder hätte man sich sicher besser gewünscht. Hingegen verkauften sich die nähigen Mutterkuhrinder wiederum gut. 

Den Tageshöchstpreis erzielte die wunderschöne, maximal punktierte Stockhorn’s Flips Bambina von Urs und Andreas Brügger aus Erlenbach i. S. BE. Bambina steht kurz vor ihrer dritten Abkalbung, ist punktiert mit 44 44 94 und hat Leistungen von über 9000 kg Milch bei guten Inhaltsstoffen und tiefen Zellzahlen.

Auch der Auktionator Michael Rüegsegger sah sofort, dass er ein spezielles Tier im Ring hatte. Von überall her kamen die Angebote und Rüegsegger konnte Bambina schlussendlich für 4400 Franken an den Meistbietenden zuschlagen. Aus dem gleichen Betrieb stammten auch die nähigen Rinder Stockhorn’s Dark Knight Dora und Stockhorn’s Barolo Dunja, die der Auktionator für 4250 respektive 4100 Franken zuschlagen konnte.

Die SF-Kuh Roxel Leonie, angeboten von Hans Wenger, Zwischenflüh BE, galt 4100 Franken. (Bild: Peter Fankhauser)

Mutterkuh mit Kalb bei Fuss

Über 4000 Franken gab es auch für Roxel Leonie, angeboten von Hans Wenger aus Zwischenflüh BE. Sie war einem Käufer 4100 Franken wert. Diese schöne SF-Kuh steht in der ersten Laktation und ihre Leistung ist auf 6500 kg Milch hochgerechnet. Dummermuth’s Power Samira von Arthur und Monika Hiltbrand aus Horboden BE konnte für 4050 Franken verkauft werden.

Sicher mehr Zug in den Angeboten hatten die Mutterkuhinder und Mutterkühe. So auch die zwei Simmentalerkühe Cobalt und Wolke. Beide Kühe stammten vom Betrieb Fritz Tobler-Lehnherr aus Erlenbach i. S. BE und beide Kühe wurden mit Kalb bei Fuss im Ring verkauft. Das eine Paar konnte für 4300 Franken und das andere für 4200 Franken verkauft werden.

Die schöne, reine Simmentalerkuh Dubach Cyrill Ilenya von Hans und Silvio Dubach aus Horboden BE, galt 3850 Franken. (Bild: Peter Fankhauser)

Milchviehrinder liefen etwas harzig

Bei den nähigen Milchviehrindern pendelten sich die Preise um die 3000 Franken ein. Hier hätten sich die Verkäufer sicher bessere Preise gewünscht. Einige Rinder erreichten deshalb die Schätzung nicht und gingen wieder in den Stall zurück. Der OK-Präsident Andreas Brügger ermunterte die Käufer, diese Tiere noch einmal im Stall zu besichtigen und mit den Verkäufern das Gespräch zu suchen.

Ein Landwirt sagte gegenüber der BauernZeitung, dass ein solcher Kauf von nähigen Rindern auch Risiken beinhalten würde. Erstens wisse man nicht, ob das Rind gut zu melken sei, und ob es dann überhaupt Milch geben werde. Zweitens hätten viele Betriebe keine Zeit mehr, Rinder anzumelken, da würden sie lieber eine junge Kuh kaufen, die schon einige Leistungsdaten mehr auf dem Papier hätte.

Bei den nähigen Mutterkuhrindern lagen die Preise vielfach über 3500 Franken. Hier zeigte sich, dass die Nachfrage nach solchen Tieren weiterhin gut ist. Zum Beispiel löste das Mutterkuhrind Aral Jasmina (LM x BS), angeboten von Peter Dubach aus Horboden BE, 3800 Franken. Jasmina wird im November drei Jahre alt und kalbt kurzum ab.

Das Mutterkuhrind Aral Jasmina (LMxBS) von Peter Dubach, Horboden BE, konnte für 3800 Franken verkauft werden. (Bild: Peter Fankhauser)

Auch die Simmentalerkühe mit Hörnern konnten zu recht guten Preisen verkauft werden. Zu erwähnen ist sicher auch hier die hervorragende Qualität. Zum Beispiel konnte hier die schöne, reine Simmentalerkuh Dubach Cyrill Ilenya von Hans und Silvio Dubach aus Horboden für 3850 Franken zugeschlagen werden. Ilenya ist nähig zum zweiten Kalb und hat ihre erste Leistung mit 6580 kg Milch bei 4,23% Fett und 3,72% Eiweiss abgeschlossen. Zudem wurde ihr Exterieur mit 43 34 89 punktiert.

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