Ich musste etwas ändern. Die Arbeitsbelastung mit den Schafen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Herdenschutz mit den Hunden wie auch die Weideführung auf der Alp nehmen viel Zeit in Anspruch. Mit der zunehmenden Wolfspräsenz wird die Arbeitsbelastung im Sommer noch zunehmen. Das Ziel ist, den Betrieb weiterhin ohne fremde Arbeitskräfte zu führen.
Mit den Yaks erhoffe ich mir, die steilen Schafweiden zu beweiden und so die Schafe zu ersetzen. Der Yak ist das berggängigste Rind der Welt. Die Tiere sind sehr robust und genügsam, meiner Meinung nach ideal für einen Betrieb mit dem Hofnamen «Ruchschwand».
Zurzeit haben wir eine Herde mit 18 Tieren, geplant ist eine weitere Aufstockung diesen Herbst. Die Schafhaltung werden wir längerfristig auf etwa 15 Muttertiere reduzieren.
Bei Yaks funktioniert ohne Ruhe nicht viel
Als reine Schafhalter ist die Umstellung auf Yaks für uns sehr gross. Der Umgang mit den Tieren ist anders. Mit den Yaks kann eine enge Bindung aufgebaut werden, aber sie sind schreckhaft. Sehr vorsichtig sind wir bei Abkalbungen, da der Beschützerinstinkt der Kühe sehr ausgeprägt ist, was gegenüber der Grossraubtiere wiederum von Vorteil sein kann.
Das ganze Handling der Herde ist anspruchsvoll. Wir müssen die Tiere glücklicherweise nicht verladen, da alle Weideflächen und die Alp arrondiert sind. Das hilft. Ein ruhiger Umgang ist bei allen Tieren wichtig, jedoch funktioniert bei Yaks ohne genügend Ruhe nicht viel.
Weniger Arbeit beim Zäunen
Der erste Alpsommer wird zeigen, wie die Yaks auf der Alp funktionieren. Unser Ziel ist es, alle Alpweiden weiterhin zu bestossen. Ich erhoffe mir deutlich weniger Arbeit beim Zäunen. Bei den Yaks können wir die Umtriebsweiden mit zwei Litzen zäunen. Bei den Schafen musste alles mit Flexinetz gezäunt werden. In einer Weide wird die Wasserversorgung noch verbessert, ein grösserer Trog soll mehr Wasserspeicher ermöglichen.
Da es für Yak-Fleisch keinen Absatzkanal gibt, werden wir auf Direktvermarktung setzen. Erste Kontakte mit Privatpersonen und regionalen Restaurants sind bereits geknüpft. Wir haben eine Homepage und ein Betriebslogo erstellt, stehen aber noch ganz am Anfang. Da sich unser Betrieb im Tourismusgebiet Sörenberg in der Biosphäre Entlebuch befindet, erhoffen wir uns gute Chancen für die Direktvermarktung.

