Im Sommerhalbjahr 2026 fiel in der Schweiz bis Mitte August rekordarm Regen. Die anhaltende Trockenheit verwandelte viele Weiden in Steppenlandschaften. Bereits im Sommer mussten zahlreiche Mutterkuhbetriebe wegen fehlendem Grünfutter auf Winterfütterung umstellen. Die Regenfälle lassen hoffen, dass im Herbst ein Teil des Defizits aufgeholt wird. Der Anbau von Zwischenfutter anstelle von Gründüngung und angepasste Fruchtfolgen sollen den Herbstertrag steigern.
Das knappe Raufutter – vielerorts fehlt Heu für die kommende Winterfütterung – kann bei Bedarf durch Stroh und einen höheren Anteil Maissilage gestreckt werden. Dabei müssen einige Grundregeln beachtet werden. Nur qualitativ einwandfreies Stroh darf verwendet werden. Es sollte 2 bis 5 cm lang geschnitten sein, um Selektionsverluste zu vermeiden. Zur Steigerung der Schmackhaftigkeit kann bis zu 10 % Melasse beigefügt werden. Jedoch ist zu beachten, dass Melasse viel Kalium enthält und das Risiko für Milchfieber erhöht.
Sowohl Stroh als auch Silomais besitzen niedrige Rohproteinwerte. Ohne geeignete Proteinzufütterung geraten die Kühe in ein Defizit, was die Verdauungseffizienz, die Milchleistung und die Kälberzunahme mindert. Ein allfälliges Ausgleichsfutter soll per Fütterungsplan kalkuliert werden, wobei das Kosten-Nutzen-Verhältnis stets im Blick zu behalten ist. Für die Beef-Produktion muss das Futter im Kälberschlupf ausreichend Energie, Protein und Mineralien liefern, um spätere Schlachterlöse nicht zu gefährden.

