Wie versichere ich meine Nutztiere?

In der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung stellen Brandereignisse und Seuchen – insbesondere für spezialisierte Tierhaltungsbetriebe – existenzielle Risiken dar. Fachmann Nicolas Salm erklärt, wie sich Landwirte dagegen versichern können.

Die nach wie vor häufigsten existenzgefährdenden Risiken für Einzelbetriebe lassen sich durch die Betriebsinventarversicherung versichern: Feuer/Elementar sowie Diebstahl und Wasser. Der Einschluss der Gefahr Diebstahl wird bei Weidehaltung, oder wenn Ställe weit entfernt vom Betriebszentrum liegen, empfohlen. Der Einschluss der Gefahr Wasser, z.B. durch Rohrleitungsbruch, ist vor allem bei grossen Schweine- und Geflügelbeständen ratsam.

Lohnt sich eine Tierunfallversicherung?

Unterschiedliche Stallsysteme, technische Anlagen oder betriebliche Prozesse können das Unfallrisiko beeinflussen. Der Abschluss einer Tierunfallversicherung ist im Einzelfall zu prüfen. Einerseits ist ein entsprechender Versicherungsschutz relativ teuer und andererseits betreffen Tierunfälle in der Regel nur Einzeltiere.

Ein Spezialfall ist Botulismus, eine durch Clostridium-Bakterien verursachte Vergiftung, die zu Lähmungen führt, meistens aber sogar zum Tod von Tieren. Botulismus ist versicherungstechnisch kein Unfall, sondern eine Krankheit. Trotzdem gewähren einige Versicherungen Deckung über die Tierunfallversicherung.

Finanzielle Deckungslücke trotz Leistungen der öffentlichen Hand

Die Tierseuchenverordnung legt fest, wie jede Seuche bekämpft wird und in welchem Umfang Tierverluste entschädigt werden. Bei bestimmten Tierseuchen leistet die öffentliche Hand (Bund, Kantone) eine Entschädigung von 60 bis 90 % des Tierwerts sowie die Kosten für Desinfektion, Keulung und Entsorgung. Trotz allfälliger Leistungen der öffentlichen Hand verbleibt für die betroffenen Betriebe eine finanzielle Deckungslücke. Diese umfasst den nicht entschädigten Anteil des Tierwerts, Ertragsausfälle sowie den infolge der Seuche entstandenen Mehraufwand.

Tierseuchenversicherung über Schweizer Hagel

Die Schweizer Hagel hat das Tierseuchenportfolio der AXA übernommen und baut dieses laufend aus. Es besteht eine umfassende Deckung für abschliessend bestimmte Seuchen von Rindern, Schweinen und Geflügel, mit Fokus auf existenzbedrohende Ereignisse. Beim Rindvieh ist auch Botulismus gedeckt. Kernstück der Versicherungsleistungen ist der Ertragsausfall, das heisst die wirtschaftlichen Folgen eines Betriebsunterbruchs. Je nach Tierart können auch Tierwert und Mehrkosten versichert werden.

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