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Welche Folgen haben kalte schlecht isolierte Böden für die Sauen?

Wenn Tiere frieren, werden sie anfälliger für diverse Krankheiten. Besonders gefährlich sind Hanrwegsinfektionen bei Sauen, die im Stall zu kalt haben. Denn diese bleiben oft unentdeckt.

Während den letzten Wochen war es wieder einmal Winter und die Temperaturen verharrten längere Zeit um den Gefrierpunkt. Zudem ging ab und zu auch die Bise. In vielen Ställen ist damit die Temperatur eher an der unteren Grenze. Das ist vor allem im Galtsauenbereich und im Deckcenter so. Die optimale Temperatur im Galtsauenbereich liegt zwischen 14 bis16 ° Celsius. Dies aber nur, wenn die Sauen auf gut isolierten Böden und zugfreien Liegeflächen liegen können. Im Abferkelstall ist sie etwas höher, in der Ferkelkiste sowieso.

Die Kamera zeigt, ob gut isoliert ist

Schaut man das Schwein über die Wärmebildkamera an, sieht man, dass die Schweine sehr viel Wärme über das Euter verlieren. Extrem bei laktierenden, etwas weniger bei Galtsauen. Das Euter ist stark durchblutet, dazu fehlt die Speckschicht in diesem Bereich. Hat das Schwein kalt, liegt es zudem auf dem Euter, um genau diesen Bereich vor der kalten Luft zu schützen. Ist der Boden schlecht isoliert, geht sehr viel Energie unter dem Tier über den Boden weg. Die Sau erreicht genau das Gegenteil von dem, was sie möchte. Bei einem gut isolierten Boden ist die Fläche unter dem Schwein warm, daneben ist er kalt. Bei einem schlecht isolierten Boden wird die Umgebung neben dem liegenden Schwein ebenfalls warm. Man kann also leicht testen, ob der Boden gut isoliert ist oder nicht. Zudem gibt das Liegeverhalten ebenfalls Aufschluss über die Isolation. Liegen die Schweine alle auf dem Euter, ist etwas mit der Wärme nicht in Ordnung. Liegen alle auf der Seite schön nebeneinander, ist alles in Ordnung mit der Temperatur im Stall. Das ist bei allen Alterskategorien so.

Harnwegsinfektionen drohen

Schweine können mit Kälte relativ schlecht umgehen. Wir haben ihnen das Fell weggezüchtet, zusätzlich ist auch eine dicke Speckschicht weg. Die grösste Gefahr ist, dass sie eine Harnwegsinfektion entwickeln. Die Infektion kann von der Harnblase aufsteigen bis in die Nieren. Häufig haben diese Tiere am Anfang Fieber, fressen aber noch und werden deshalb übersehen. Ist die Infektion in der Niere angelangt, zeigen die Moren Untertemperatur und fressen nicht mehr. Dann wird eine Behandlung oft schwierig. Chronische Infektionen werden dort sichtbar, wo die Schweine Urin absetzen. Dort bleibt dann oft eine beträchtliche Menge an weisslichem Ausfluss auf dem Boden zurück.

Diverse weitere Folgen

Tiere die frieren, sind gestresst und damit anfälliger auf diverse Krankheiten. Sie können vermehrt Lahmheiten entwickeln, es kann zu Umrauschen und Aborten kommen. Erkrankte Tiere genesen viel schlechter, wenn sie auf dem kalten Boden liegen müssen. Sind die Bedingungen im Deckcenter schlecht, resultieren ebenfalls Fruchtbarkeitsprobleme. Die Sauen zeigen eine schlechte oder verzögerte Brunst oder gebären dann nur kleine Würfe. In den Abferkelbuchten können vermehrt Euterentzündungen auftreten. Und kleine und kranke Ferkel erfrieren viel schneller auf kalten Böden.

Zum Autor

Stefan Birrer ist Mitinhaber der AG für Tiergesundheit in Gunzwil LU und Fachmann für die Bestandesbetreuung Schweine und Grosstiere. Zudem ist Birrer Präsident der Tierärzte Zentralschweiz.

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