Im Herbst sind Igel, Rehe und Füchse besonders aktiv. Sie sind auf der Suche nach Nahrung, um sich Winterspeck anzufressen. In den Dämmerungsphasen zwischen 5 und 8 Uhr morgens und 17 und 20 Uhr abends sind sie unterwegs. Nach der Zeitumstellung treffen sie dabei auf den Arbeitsverkehr. Dieses Jahr stellen wir am 25. Oktober die Uhren um – und danach ist das Risiko eines Wildunfalls am grössten. 20 000 Wildtiere sterben laut dem Touring Club Suisse (TCS) jährlich durch den Autoverkehr.
Auch mitten im Winter sind die Tiere den Strassen nahe: Besonders Rehe lecken im Winter gerne die Salzreste vom Strassenrand. Deshalb gilt in der dunklen Jahreszeit: Vorsicht und langsamer fahren. Besonders dann, wenn ein Wildwechsel-Warnschild angebracht ist.
Was tun, wenn ein Reh weiter vorn auf der Strasse steht?
Als Erstes: langsamer fahren und auf Abblendlicht schalten. Starkes Scheinwerferlicht irritiert Wildtiere. Anschliessend hupen und so versuchen, das Tier zu verscheuchen. Achtung: Rehe und Hirsche sind oft in Gruppen (Sprüngen oder Rudeln) unterwegs. Steht eines auf der Strasse, folgt oft gleich ein zweites.
Was tun, wenn eine Kollision droht?
Ist eine Kollision unvermeidlich, rät der TCS nur eines, und zwar: Bremsen! Das Lenkrad gut festhalten und die Spur halten. Laut einem Crashtest des TCS sind Ausweichmanöver immer gefährlicher. Das Risiko eines schlimmen Unfalls ist grösser.
Was tun, wenn es zum Unfall kam?
Hat man das Tier angefahren, muss man wie bei jedem anderen Unfall auch vorgehen. Warnblinker setzen und Unfallstelle mit einem Pannendreieck sichern. Wildunfälle sind immer meldepflichtig, auch wenn das Wildtier aufsteht und davonhüpft.
Das heisst, die Polizeirufnummer 117 wählen und die Polizei informiert die nötigen Anlaufstellen, wie die regionalen Wildhüter(innen). Wird der Unfall nicht gemeldet, droht Bussgeld (Art. 92 Strassenverkehrsgesetz) wegen pflichtwidrigen Verhaltens.
Laut dem TCS-Ratgeber ist es zudem wichtig, sich dem Tier nicht zu nähern, bis die Polizei, Wildhüter(in) oder Tierärzt(in) vor Ort ist. Gerät das Tier in Panik, verletzt es sich meist noch mehr.
Wer zahlt den Schaden?
Die Teilkaskoversicherung zahlt die Kosten eines Wildunfalls – und zwar jene Kosten, die durch eine direkte Kollision entstehen. Wenn Fahrer(innen) ausweichen und so Schäden verursachen, zahlt diese meist nur die Vollkaskoversicherung. Auch aus versicherungstechnischen Gründen ist es wichtig, die Polizei zu informieren.

