«In Saint-Aubin im Kanton Fribourg bahnt sich eine Tiertragödie an», warnt der Schweizer Tierschutz (STS) am Mittwoch in einer Mitteilung. Was ist passiert?
Nachdem der Pharmakonzern Novartis 2014 die Sparte Tiergesundheit an den US-Pharmakonzern Eli Lilly verkauft hatte, will dieser nun den durch die Tochterfirma Elanco betriebenen Standort Saint-Aubin schliessen.
Damit verlieren gemäss dem STS nicht nur 80 Mitarbeiter ihre Stelle, sondern es werden auch 1000 Versuchstiere überflüssig, darunter auch Schafe und Rinder, welche u.a. für die Erprobung von Anti-Parasitenmitteln genutzt wurden.
Es sei zu befürchten, dass die Tiere getötet werden, das sei nicht akzeptabel. Der STS fordert Elanco auf, ein Platzierungsprogramm für die Tiere - und zwar ausserhalb anderer Versuchstieranlagen - auszuarbeiten und die Kosten dafür vollumfänglich zu tragen.
In einer Medienmitteilung relativerte Elanco am Donnerstag die Befürchtungen des Tierschutzes: «Bis heute konnte Elanco für die Mehrheit der Tiere, die von einer Schliessung des Standortes in St. Aubin betroffen sind, geeignete Plätze ausfindig machen, einschliesslich Adoption durch Mitarbeitende mit Haustieren», heisst es im Communiqué. Elanco werde weiterhin nach Kräften mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten, um Lösungen für die wenigen verbleibenden Tiere zu finden.
Nicht bekannt ist, ob Elanco dabei auch mit dem STS zusammenarbeitet. Dieser habe Elanco offeriert, bei der Tierplatzierung mitzuhelfen. Der STS hatte bereits bei früheren Gelegenheiten Hunde von Novartis übernommen und in ein neues Zuhause vermittelt und im Sommer dieses Jahres mit seiner Sektion «Club der Rattenfreunde» Nager aus Versuchen der Universität Bern aufgenommen.
akr

