Kleine Lungenwürmer werden in vielen Schaf- und Ziegenbeständen nachgewiesen. Es handelt sich dabei um mehrere Arten von bis zu 3 cm langen Fadenwürmern, die häufig zeitgleich in den befallenen Tieren vorkommen. Die ausgewachsenen Würmer leben in der Lunge, wodurch es zu Organveränderungen und Beeinträchtigungen der Lungenfunktion kommen kann. Der Befall wird von ausgewachsenen Tieren jedoch meistens gut toleriert, d. h. die Tiere zeigen weder Atemwegsprobleme noch Leistungseinschränkungen. Nur bei sehr starkem Befall wird Husten ausgelöst. Lämmer und Gitzi hingegen können zusätzlich zu starkem Husten in ihrer Entwicklung zurückbleiben.
Jungtiere sollten deshalb bei einem nachgewiesenen Befall zeitnah entwurmt werden. Leider ist die Therapie jedoch schwierig. Es ist kein Präparat erhältlich, welches alle Arten und Entwicklungsstadien der kleinen Lungenwürmer vollständig abtötet. Sehr erschwerend kommt hinzu, dass die Parasiten sich über Schnecken als Zwischenwirte weiterentwickeln, sodass die Tiere sich jederzeit erneut beim Weidegang anstecken können. Jene Schnecken können bis zu drei Jahre mit der infektiösen Larve «beladen» überleben. Ergo: Sind die kleinen Lungenwürmer in einem Betrieb angekommen, so bleiben sie in der Regel auch dort.
Adulte Tiere sollten nur im Ausnahmefall behandelt werden, auf Gruppentherapien sollte verzichtet werden. Dabei ist zu beachten, dass uns nur noch wenige wirksame Entwurmungsmittel zur Verfügung stehen. Diese braucht es für «ernstere» Kandidaten. Jede Entwurmung fördert die Bildung von Resistenzen gegen Entwurmungsmittel.


