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Nach dem Trockensommer: Kennen Sie Ihre Grundfutter-Qualität?

Bei knappen Vorräten spielt das Management der Nährwerte eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Winterfütterung.

Die grosse Trockenheit hat auf vielen Betrieben deutliche Spuren hinterlassen. Während die Erträge regional stark zurückgegangen sind, zeigen sich bei der Futterqualität ebenfalls grosse Unterschiede.

Um die vorhandenen Reserven optimal zu nutzen, müssen die Nährwertgehalte und die Konservierungsqualität des Grundfutters bekannt sein.

Fachkundige Analysen in Grangeneuve

Grundfutteranalysen liefern wichtige Informationen zu Energie-, Protein- und Mineralstoffgehalten und bilden die Grundlage für eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung. Neben Laboranalysen liefert auch die sensorische Futtermittelbeurteilung wertvolle Hinweise. Solche sensorischen Analysen müssen geübt werden.

«In Grangeneuve, dem Kompetenzzentrum des Kantons Freiburg für Bildung und Beratung im landwirtschaftlichen Bereich, werden mit den Lernenden Landwirtinnen und Landwirten EFZ jährlich rund 400 Heu-, Emd-, Gras- und Maissilageproben beurteilt», erklärt Rebekka Gerber, die dort im Bereich Futterbau tätig ist.

Dabei werden Merkmale wie Farbe, Geruch, Verschmutzung und Struktur erfasst und ausgewertet. Anhand dieser sensorischen Merkmale lassen sich Nährstoffverluste abschätzen, aber auch wichtige Rückschlüsse auf die Futterkonservierung ziehen. «Je schneller das Heu getrocknet ist, desto satter ist das Grün der getrockneten Blätter der Gräser. Auch ein gutes Ökoheu sollte sattgrüne Blätter an den Halmen haben», gibt Johana Bellon, Mitarbeiterin im Bereich Tierproduktion in Grangeneuve zu bedenken.

Bei schnell getrocknetem Heu werden die Nährstoffe gut erhalten und die Gefahr von Schimmel oder Bakterien ist gering.

In Grangeneuve werden mit den Lernenden Landwirtinnen und Landwirten EFZ jährlich rund 400 Heu-, Emd-, Gras- und Maissilageproben beurteilt. (Bild: Pierre Aeby)

Fehlgärungen erkennen

Bei Grassilagen steht insbesondere die Erkennung von Buttersäure im Fokus. Buttersäure in der Silage ist ein klares Zeichen für eine Fehlgärung, die durch unerwünschte Bakterien entsteht. «Rund drei Viertel, der in den vergangenen Jahren von uns untersuchten Grassilagen zeigten keine Hinweise auf Buttersäure und damit einen guten Gärverlauf», informiert Johana Bellon.

Bei Maissilagen werden unter anderem Alkoholgeruch und Schimmel beurteilt, welche Rückschlüsse auf die Silierung und Lagerung zulassen. Hohe Alkoholgehalte und durch Schimmel belastetes Futter können die Pansenbakterien schädigen, zu Futterverweigerung, sinkender Milchleistung sowie Stoffwechsel- oder Euterproblemen bei Kühen führen.

Silageproben richtig entnehmen

Um detaillierte Informationen über Qualität und Gehalt des Grundfutters zu erhalten, eignen sich Laboranalysen. Da die agronomische Forschungsanstalt Agroscope die Grundfutter-Analytik für externe Kunden 2014 eingestellt hat, wird diese Dienstleistung heute von spezialisierten privaten Laboren, wie der UFAG Laboratorien AG in Kaiseraugst AG oder der Eurofins Schweiz in Schönenwerd SO übernommen.

Ein von Grangeneuve organisierter Feldanlass auf dem Hof von Eric Brand in Düdingen FR ermöglicht am 24. November, dass an eigens mitgebrachten Silageproben die sensorische Futtermittelbeurteilung durchgeführt wird.

Um eine aussagekräftige Analyse zu erhalten, muss eine Silageprobe das gesamte Silo repräsentieren und sauber entnommen werden. Dazu sollte die oberste Schicht der Anschnittfläche auf einer Tiefe von etwa 30 cm abgekratzt werden, damit frisches Material in die Probe kommt. Proben von angetrocknetem, erwärmtem oder verregnetem Material dürfen nicht verwendet werden. Es sollten nicht nur an einem einzigen Ort, sondern über die gesamte Breite und Höhe verteilt rund zwölf Einzelproben genommen werden.

Das gesammelte Silage-Material wird dann in einem Eimer gründlich gemischt. Der grosse Haufen, der daraus gebildet wird, muss in Viertel aufgeteilt werden. Nur ein solcher Viertel, also rund 500 bis 1000 Gramm, wird als Probe eingesandt. Dieses Material gilt es, luftdicht zu verpacken und möglichst rasch ans Labor zu übermitteln.

Die Probeergebnisse erlauben es, die Rationen für die Winterfütterung optimal zu berechnen.

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