Futterknappheit drückt Preise an der Zucht- und Nutzviehauktion in Langenbruck

Knapp 50 Kühe und Rinder wurden in Langenbruck BL an der Auktion angeboten. Doch selten löste ein Tier an der Auktion mehr als 3500 Franken. Viele Kühe gingen um die 3200 Franken an die neuen Besitzer.

An der Qualität der aufgeführten Tiere und am Auktionator Andreas Aebi kann es nicht gelegen haben, dass sich die 41. Zucht- und Nutzviehauktion vom Mittwoch in Langenbruck BL eher mit «dürftigen» Preisen zufriedengeben musste. Die allgegenwärtige Futterknappheit auf vielen Betrieben wirkt sich auf das Kaufverhalten aus, das bestätigen auch viele Landwirte gegenüber der BauernZeitung.

Das schöne und nähige Pickel-Rind Karola, angeboten von Paul Lisser-Wüthrich, Mittlerer Passwang, in Ramsiwil SO, konnte nur für 3000 Franken verkauft werden.(Bild: Peter Fankhauser)

Nur eine Kuh knackte die 4000er-Marke

Knapp 50 Kühe und Rinder wurden in Langenbruck an der Auktion angeboten. Der Nährzustand der Tiere war insgesamt erstaunlicherweise hervorragend. Auch punkto Typ- und Eutereigenschaften hatte es mehr als ein vielversprechendes Tier dabei.

«Wir wissen mittlerweile, was für Tiere gefragt sind», sagte ein Landwirt. Wegen der Futterknappheit habe man schon viele Tiere schlachten müssen, da habe man eher die Mageren zum Metzger gegeben.

Doch selten löste ein Tier an der Auktion mehr als 3500 Franken. Viele Kühe gingen um die 3200 Franken an die neuen Besitzer, einige Tiere mussten sogar unter 3000 Franken verkauft werden. Die meisten Bauern gaben ihre Tiere zu diesen «günstigen» Preisen, weil auch bei ihnen zu Hause das Futter fehlt.

Eine Kuh knackte aber doch noch die 4000er-Marke: Wow’s Chief Joelle war jemandem 4100 Franken wert. Joelle, aus der Zucht von Markus Walser, Obere Wechten, in Mümliswil SO, ist frisch in die zweite Laktation gestartet. Sie schloss ihre 1. Laktation mit 9060 kg Milch, bei 3,74 % Fett und 3,45 % Eiweiss ab. Sie ist punktiert mit 43 44 89 und linear mit G+ 82 beschrieben.

Sie war einem Käufer 2950 Franken wert: Die starke BS-Kuh Doboy Rosi von Beat Gisler, Ramiswil SO.(Bild: )

Gibt eine Mischrechnung

Relativ gute Preise erzielten die Rinder für die Mutterkuhhaltung. So auch Ragtime Vera, ein Limousin × Simmentaler-Kreuzungstier. Vera, aus der Zucht von Werner Singer aus Langenbruck, konnte für 3600 Franken zugeschlagen werden.

Viele Rinder wurden aber unter ihrem Wert verkauft: So auch das rassige Pickel-Rind Karola von Paul Lisser-Wüthrich vom Mittleren Passwang in Mümliswil-Ramiswil SO. Das nähige Rind ging schlussendlich nur für 3000 Franken weg. «Letztes Jahr lösten wir für unsere Rinder 4000 Franken», sagt der Junior Beat Lisser.

Man müsse jetzt halt eine Mischrechnung machen. Seine zwei verkäuflichen Rinder wollte er auch nicht mehr nach Hause nehmen. «Wir haben viel zu wenig Futter. Einen Teil von unseren fremden Sömmerungsrindern mussten die Bauern auch schon nach Hause holen», so der Landwirt.

Das massige, reine Simmentalerrind Gewas Auro Amira von Christoph Gerber, Langenbruck BL, konnte für 3450 Franken verkauft werden.(Bild: Peter Fankhauser)

«Man kann es nicht schön reden»

Seit 41 Jahren gibt es die Auktion in Langenbruck. Organisiert wird diese vom Bergbauernverein Langenbruck und Umgebung. Ob diese weitergeführt wird, steht noch offen: Denn nicht nur für Thomas Portmann, Präsident des Bergbauernvereins, sondern auch für Thomas Bader, OK-Präsident der Auktion, war es in ihrer Funktion die letzte Zucht- und Nutzviehauktion von Langenbruck.

«Wer unsere Ämter übernimmt, wissen wir noch nicht», bestätigt Portmann. Für ihn sei die Auktion so verlaufen wie befürchtet: «Wir hätten uns sicher bessere Preise gewünscht, das können wir nicht schön reden.»

Das erste Tier im Ring: Ragtime Vera (LM x SI), von Werner Singer, Langenbruck BL, galt 3600 Franken.(Bild: Peter Fankhauser)

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