So schützen Sie Hofhunde vor Fuchsräude und melden kranke Füchse

Kahle Stellen und Krusten weisen auf Fuchsräude hin. Simone Flury, der Aargauer Abteilung für Jagd und Fischerei, empfiehlt, erkrankte Tiere nicht anzufassen, die Jagdaufsicht zu benachrichtigen und Hofhunde fernzuhalten.

Wenn ein Fuchs anstelle eines dichten rotbraunen Pelzes eine zunehmend haarlose Rute und am hinteren Rücken kahle Stellen aufweist, liegt die Vermutung nahe, dass er an Fuchsräude erkrankt ist. Im späteren Verlauf der Krankheit weist die Haut dunkle Verfärbungen und Krusten auf und der Haarausfall weitet sich auf den ganzen Körper aus.

Laut dem Merkblatt des Instituts für Fisch- und Wildtiergesundheit der Universität Bern handelt es sich dabei um eine Hautkrankheit, bei der die Grabmilbe (Sarcoptes scabiei) besonders bei Wildtieren, wie Füchsen, eine Rolle spielt. Die Krankheit ist hochansteckend.

Was ist Fuchsräude?

Übertragen werden die Milben sowohl durch den direkten Kontakt zwischen Füchsen als auch über Milben, die auf dem Boden oder im Fuchsbau vom Wirt abgefallen sind. Laut Merkblatt erscheinen die ersten Symptome wenige Wochen nach der Infektion.

Nach Hautrötung und Schuppenbildung bilden sich dicke Krusten. Es kommt zu Haarausfall, der bei den betroffenen Füchsen deutlich sichtbar ist. Zudem leiden sie in der Regel unter starkem Juckreiz und sind zunehmend abgemagert.

Laut Simone Flury von der kantonalen Abteilung Jagd und Fischerei Aargau kommt die Fuchsräude im ganzen Kanton vor. Die Häufigkeit könne von Jahr zu Jahr und regional unterschiedlich schwanken. Grundsätzlich komme die Fuchsräude das ganze Jahr über vor, eine saisonale Häufung könne sie anhand der Daten aber nicht feststellen, da die Meldung von Räudefällen durch die Jägerschaft freiwillig erfolgt und die Erfassung daher nicht vollständig sei.

Was tun, bei einer Sichtung eines erkrankten Fuchses?

Fällt ein Fuchs auf, der die genannten Symptome aufweist, muss dieser dem lokalen Jagdaufseher oder der Jagdverwaltung gemeldet werden. Das gilt sowohl für lebende als auch für verendete Tiere. Keinesfalls sollten die Tiere ohne Handschuhe angefasst oder der Hofhund in deren Nähe gelassen werden.

Im Kanton Aargau gibt es die App «AG Jagdaufsicht», die sowohl auf Apple als auch auf Android installiert werden kann. Die App ermittelt per GPS den Standort und zeigt den zuständigen Jagdaufseher und dessen Stellvertreter an. Anschliessend kann direkt die Person angewählt und angerufen werden.

Ebenfalls werden die Karten des Reviers sowie der benachbarten Reviere und deren zuständige Jagdaufseher angezeigt. Gemeldet werden können kranke oder verendete Wildtiere, aber auch Wildunfälle. Simone Flury weist darauf hin, dass Wildtiere nicht gefüttert oder gar angefasst werden sollen.

Was passiert mit einem erkrankten Fuchs?

Die Krankheit endet, laut Merkblatt, bis auf wenige Ausnahmen immer mit dem Tod des Fuchses – wobei zwischen der Infektion und dem Tod mehrere Monate vergehen können. Aufgrund der langen Leidensdauer der Füchse ist es umso wichtiger, gesichtete Tiere zu melden, damit diese erlegt und somit vom Leiden erlöst werden können.

Was bedeutet die Fuchsräude für die Landwirte?

Erkrankte Füchse können sich häufiger in der Nähe von Siedlungsgebieten, also auch von Landwirtschaftsbetrieben, aufhalten, da sie dort leichter zugängliche Nahrungsquellen finden. Dies können auf Höfen sowohl Mäuse oder Ratten als auch Hühner oder junge Katzen sein. Zudem können die Füchse durch mangelndes Fluchtverhalten oder gar durch Angriffe auf Haustiere auffallen.

Zu beachten ist auch, dass Fuchsräude für Hunde ansteckend ist. Laut dem Merkblatt von AniCura geht die Erkrankung beim Hund mit starkem Juckreiz einher und fällt besonders im Gesicht, an den Ohren, am Bauch, an der Brust und an den Beinen auf.

Die Diagnose erfolgt über Hautgeschabsel oder Antikörper im Blut. Auf Anfrage an die Kleintierklinik am Sonnenberg in Möhlin AG gibt der Geschäftsleiter Dr. med. vet. Dipl. ECVS Daniel Zulauf an, dass in diesem Jahr noch kein klinischer Fall bekannt ist.

Die Patienten würden prophylaktisch mit Medikamenten dagegen geschützt. Sollte es dennoch zu einer Ansteckung kommen, sind laut AniCura die Heilungsaussichten für Hunde gut. Wichtig sei es aber, weitere Tiere im gleichen Haushalt ebenfalls zu behandeln. Selten können sich auch Katzen damit anstecken.

Die Sarcoptesmilben können auch auf den Menschen übertragen werden und einen juckenden Hautausschlag verursachen. Betroffene sollten diesen einer Hautärztin oder einem Hautarzt zeigen.

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