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Es wird immer heisser für die Kühe

Es wird immer wärmer, Milchkühe leiden schnell unter Hitzestress. Die Kuh und das Klima war Thema am Nordwestschweizer Milchtag in Brunegg.

Der Hitzesommer 2022 ist noch wärmstens in Erinnerung, ein Jahr zuvor hatten schwere Gewitter mit Starkregen, Orkanböen und Hagelschlag für Schrecken gesorgt. Milchkühe mit ihren Ansprüchen an Haltung und Futter reagieren sensibel auf Wetterextreme. Das Thema «Die Kuh und das Klima» zog am ausgebuchten Nordwestschweizer Milchtag.

Der Mond hat keinen Einfluss

Der Mond hat überhaupt keinen Einfluss auf das Wetter und die Ameisen im Muotathal machen keine Wetterprognosen. Ungerührt räumte der Meteorologe Thomas Bucheli mit Illusionen auf. Auch mit der Vorstellung, dass die zunehmenden Hitzetage und Wärmephasen vielleicht einfach ein zufälliges Phänomen seien: «Es wird je länger je heisser, nicht jedes Jahr linear, aber der Trend ist klar.» Das wüssten auch die Obstproduzenten, die einen immer früheren Austrieb ihrer Bäume beobachten könnten. Diese Erkenntnis basiere auf Messungen und die Erklärung dafür sei eindeutig.

Es wird immer heisser für die Kühe
Meteorologe Thomas Bucheli erklärte am Milchtag das Wetter.

Die Wärme staut sich

Grund für die Erwärmung sind Treibhausgase. Eine gewisse Menge davon ist lebensnotwendig für die Menschen, denn ohne sie wäre die Temperatur auf der Erde im zweistelligen Minusbereich. Weil jedoch immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen werden, gibt es einen Wärmestau. «Das ist Physik, das müssen wir nicht diskutieren», erklärte Thomas Bucheli. Ein Zuhörer verwies auf die Eiszeiten: Das Klima schwanke doch auch ohne menschliche Einflüsse. Thomas Buchelis Antwort: «Das zeigt gerade, wie sensibel das System reagiert.» Auslöser für diese Kälteperioden seien Schwankungen der Erdumlaufbahn um die Sonne gewesen.

Wetter sei ein hochkomplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, die Prognosen dank Hochleistungsrechnern noch nie so gut wie heute, betonte Bucheli. Darum seien auch Ameisen überfordert. Wetter sei grundsätzlich umgesetzte Energie, das System strebe nach einer ausgeglichenen Bilanz über den ganzen Globus und gleiche mittels Luft- und Meeresströmungen aus.

Auch Unwetter nehmen zu

Wie stark die Erwärmung zunimmt, hängt direkt von der Menge der Treibhausgasemissionen ab. Weniger klare Zusammenhänge gibt es für die künftige Häufigkeit von Unwetterereignissen. «Nicht jedes Unwetter ist Klimawandel. Das Wetter ist nicht immer lieb und zahm», stellte Bucheli klar.

Entwarnung konnte er aber keine geben: Es ist eine Tatsache, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnimmt und auch wieder abgibt, was das Risiko für Starkregen erhöht. Generell würden Klimaforscher mit zunehmenden Wetterextremen rechnen.

Das Thema interessierte

Weitere Referenten thematisierten Fütterung, Fruchtbarkeit und Zucht auf Hitzetoleranz; Futtermittelhersteller, Stallbauer und -ausrüster präsentierten ihre Produkte.

Den Nordwestschweizer Milchtag führten die Landwirtschaftlichen Bildungszentren Liebegg, Ebenrain und Wallierhof am Mittwoch in Brunegg gemeinsam durch. Die Besuchsbilanz: ausgebucht mit 200 Personen und einer Warteliste.

Schliesslich macht Milchwirtschaft rund einen Fünftel des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes aus, wie Wallierhof-Direktor Jonas Zürcher in Erinnerung rief, sie sei nach wie vor der wichtigste Betriebszweig auf Schweizer Bauernhöfen.

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