Ein wichtiges Standbein

Das Betriebsleiter-Ehepaar Hanspeter und Heidi Wyss bewirtschaften zusammen mit dem Sohn Michael einen 24-Hektar-Milchwirtschaftsbetrieb mit Ackerbau in Geuensee LU. Die Familie hält 150 Mastschweine und ist damit gut gefahren.

Der Hauptbetriebszweig ist Milchwirtschaft, 30 Milchkühe liefern die Milch in die Emmentaler Käserei Schlierbach LU, welche das Käsereifungslager Kaltbach der Emmi beliefert. Der Ackerbau besteht aus 5 ha Brotweizen und 0,5 ha Futterrüben, anschliessend folgen Kunstwiesen.


Innere Aufstockung


Zur inneren Aufstockung wurde vor 20 Jahren in einen Stallneubau mit 150 CNf-Mastschweineplätzen investiert. Der Stall, als Kaltstall mit eingestreuten Liegeflächen und Auslauf konzipiert, läuft seither rund, ist inzwischen bereits abgeschrieben. Er erfüllt aber seinen Zweck als Label Maststall nach wie vor sehr gut. Im Winterhalbjahr deckt er die Liegeplätze ab mit einer selbst gebastelten Isolationsmatte auf Drahtgitter, welche via Seilzug bedient werden kann. Der Sohn Michael, ausgebildeter Landwirt und gelernter Metzger, hat in den vergangenen Jahren einen Direktverkauf von Fleisch ab Hof aufgebaut. Rund 40 Mastschweine pro Jahr werden auf diese Art verwertet.

Ebenfalls das Fleisch von 3 x 40 Masttruten, die Absetzer der vier Mutterkühe und die Lämmer von vier Schafen gehen inzwischen ebenfalls in die Direktvermarktung. «Der wöchentliche Buuremärt im Städtchen Sursee LU und unsere Webseite, Benzenhofmetzg´ machen unsere Produkte bekannt. Sie bringen neue Kundschaft, welche immer mehr sogenannte Mischpakete bestellen», erklärt der Fleischfachmann Michael Wyss. Aus der Schweinemast würden jeweils die ersten und die letzten Schweine einer Ausstallung für die Direktvermarktung geschlachtet. Denn es sollen keine Kleinposten anfallen.


Jager vom gleichen Betrieb



Die Mastjager bezieht Hanspeter Wyss seit Jahren von einem professionellen Agrifera-Ferkelproduzenten in der Nachbarschaft. «Das hat den grossen Vorteil, dass es keine Mischinfektionen gibt und nur im Notfall Antibiotika via Tierarzt eingesetzt werden muss», lobt der erfahrene Mäster. Der Stall wird jeweils in zwei Schüben bestossen, die rund 14 Tage verschoben kommen.

Zu Beginn werden einzelne Buchten etwas stärker belegt, nach zwei bis drei Wochen werden die schwächsten Tiere herausgenommen. Diese kommen in eine separate Bucht, wo sie in der Regel mächtig aufholen, weil sie am Trog nicht mehr abgedrängt werden, gibt Wyss zu verstehen. So sind die einzelnen Gruppen ziemlich ausgeglichen und die Flüssigfütterung via Computer werde in der eigentlichen Mastphase vereinfacht.

Angefüttert werden die Mastjager mit UFA 341 4. Am ersten Tag stark verdünnt, ab 2. Tag 60 Prozent der Normalration, die während fünf Tagen auf 100 Prozent ansteigt.


Fütterung nach Futterplan



Während der ganzen Mastzeit wird Schotte ab der Käserei verfüttert. Ab zirka 60 kg Lebendgewicht wird auf das Ausmastfutter UFA 341 4 umgestellt. Gefüttert wird seit Jahren nach Fütterungsplan des gleichen UFA-Beraters, der ebenfalls die Nährstoffbilanz für den Gesamtbetrieb erstellt. Sind die Schweine rund 80 bis 85 Tage da, wird erstmals gewogen und alle Tiere die 100 kg auf die Waage bringen, werden gekennzeichnet und für die Schlachtung in der Folgewoche bei der Agrifera angemeldet. Nach zwei Wochen wird erneut gewogen.

Ist der Stall abgeräumt, wird er sauber gemacht und sorgfältig für die neue Belegung vorbereitet. Als Mäster mag Hanspeter Wyss nicht klagen. «In den vergangen 20 Jahren habe ich manches Hoch und Tief erlebt, doch im Schnitt der Jahre bin ich gut gefahren, habe den Stall immer wieder belegt und mit der Einstallung nicht spekuliert», gibt er zu verstehen.

Josef Kottmann

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