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Wasser in der Landschaft: Was der Hitzesommer 2026 für die Ernährung bedeutet

Hitzesommer 2026 und Wassermangel: Beim SWCP in Willisau diskutierten Fachleute, wie die Landwirtschaft Wasser in der Landschaft hält – mit Slow Water, Retention und Anpassung der Produktion.

Der Hitzesommer 2026 hat die Grenzen der Wasserverfügbarkeit in der Schweiz spürbar gemacht – und damit auch die der Nahrungsmittelproduktion. Beim Swiss Water & Climate Program (SWCP) in Willisau LU vom 29. und 30. Oktober 2026 stand deshalb die Frage im Zentrum: Wie geht die Landwirtschaft mit knapper werdendem Wasser um?

Oliver Schilling von der Universität Basel zeichnete ein klares Bild der kommenden Jahrzehnte: Bei unveränderter Entwicklung dürften rund 95 Prozent der Gletscher abschmelzen. Schmelzwasser aus den Alpen wird im Sommer kaum noch verfügbar sein. Besonders betroffen sind alpine Regionen, die fast ausschliesslich von Quellen leben und keine grossen Grundwasservorkommen als Puffer haben. Im Mittelland bleiben die Gesamtniederschläge voraussichtlich ähnlich, verlagern sich aber stärker ins Winterhalbjahr – mit entsprechenden Folgen für die Vegetationsperiode.

«Mehr PS auf den Boden bringen»

Für die Landwirtschaft bedeutet das vor allem Druck auf die Fleisch- und Milchproduktion. Oliver Schilling verwies darauf, dass Schweizer Betriebe dieses Jahr bereits Raufutter aus Kanada beziehen mussten. «In den Bergen wird es schwierig, die Viehwirtschaft aufrechtzuerhalten», sagte er. Die Anpassung betreffe nicht nur Techniken, sondern auch die Frage, was man produziere.

Die Veranstaltung setzte bewusst auf konkrete Projekte statt auf reine Diskussion. André Marti, Stadtpräsident von Willisau, brachte es auf den Punkt: Es brauche keine Hochglanzkonferenzen mehr, sondern Leute, die mit neuen Projektallianzen «mehr PS auf den Boden bringen». Johanna von Toggenburg ergänzte, Innovation lasse sich nicht erzwingen – entscheidend sei, Menschen zusammenzubringen, die Verantwortung übernehmen und Visionen mit praktischen Bezügen verbinden.

«Emotional überrascht»

Genau das versucht das Slow-Water-Projekt, das aus einer früheren SWCP-Ausgabe hervorgegangen ist und heute in Luzern und Basel-Landschaft umgesetzt wird: Regenwasser auf landwirtschaftlichen Flächen zurückhalten statt ableiten, damit es versickert und in Trockenperioden verfügbar bleibt.

Johannes Heeb erinnerte an den Start vor fünf Jahren: Man habe mehr Hitzeperioden erwartet, sei aber «emotional überrascht» gewesen. «Was vor fünf Jahren Referenz war, ist heute nicht mehr Referenz.» Im Suhrental musste bereits Wasser vom Sempachersee in die Sure gepumpt werden, damit dort überhaupt noch etwas fliesst.

Den mit 10 000 Franken dotierten SWCP-Award gewann die Initiative «Wasserhaushalt.ch» von Dorothee Spuhler und Bastian Etter – eine Wissensplattform, die Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft durch Co-Kreation zwischen Praxis, Behörden und Verbänden voranbringen will. Alle entwickelten Projekte werden im anschliessenden «SWCP-Brüter» weiterbegleitet.

Die Botschaft aus Willisau ist klar: Wasser ist die Basis jeder Nahrungsmittelproduktion. Retention in der Landschaft, angepasste Kulturen und – wo sinnvoll und rechtlich möglich – Wiederverwendung sind konkrete Schritte in Richtung einer resilienteren Landwirtschaft. Die nächsten Sommer werden zeigen, wie schnell diese Anpassungen greifen.

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