In der Zuckerfabrik Frauenfeld hat am Montag, 28. September 2026, die Verarbeitung der konventionellen Zuckerrüben begonnen. Viel Grund zur Freude haben die Pflanzerinnen und Pflanzer nicht. Die Erkenntnisse nach der ersten Verarbeitungswoche bestätigen die Tendenz der dritten Proberodung, schreibt die Schweizer Zucker AG (SZU) in ihrem aktuellen Wochenbericht: Die Flächenerträge sind klar unterdurchschnittlich, und zwar in beiden Anbauregionen. Zudem führen hohe Gehalte an Amino-Stickstoff zu einer tiefen technischen Ausbeute, was die Zuckergewinnung teilweise erschwert.
Die ersten gut 1600 Tonnen konventioneller Rüben, die in Frauenfeld angeliefert wurden, weisen einen Zuckergehalt von 15,2 Prozent auf, der Fremdbesatz liegt bei 4 Prozent. Die Verarbeitung werde laufend hochgefahren und der Betrieb mit zunehmenden Anliefermengen auf die Qualität und Beschaffenheit der Rüben abgestimmt, heisst es bei der SZU. Für weitergehende Aussagen zum Kampagnenverlauf sei es aber noch zu früh.
Holpriger Start mit den Bio-Rüben
Eröffnet wurde die Kampagne in Frauenfeld bereits am 11. September, und zwar wie jedes Jahr mit den Bio-Rüben. Nach intensiven Vorbereitungen, wie die SZU schreibt, lief der Start allerdings nicht rund. Probleme im Kesselhaus, hohe Aminogehalte und ein hoher Anteil an Unkraut führten dazu, dass die Fabrik in der ersten Woche nicht die gewünschte Verarbeitungsleistung erreichte.
Zumindest eine Neuerung bewährte sich von Beginn an: Der neue, mit Erdgas betriebene Kalkofen kam mit dem Kampagnenstart am 11. September erstmals zum Einsatz. Er versorgt die Fabrik laut SZU seit Beginn zuverlässig mit Kalkmilch und erfüllt seine Funktion wie geplant.
In der zweiten Woche lief es besser. Die Rüben seien von guter Qualität gewesen, und die Fabrik habe sie konstant verarbeiten können. Am 27. September wurde die Bio-Kampagne pünktlich abgeschlossen. Nach dem Ausfahren und Umstellen der Fabrik folgte am Montag der Wechsel auf die konventionellen Rüben.
Schweizer Bio-Rüben fallen ab
Insgesamt verarbeitete das Werk Frauenfeld rund 64 000 Tonnen Bio-Rüben mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 17,1 Prozent. Der Grossteil stammt allerdings aus Deutschland: Nur rund 9200 Tonnen, etwa 14 Prozent, kamen aus Schweizer Anbau.
Und die Schweizer Bio-Rüben schnitten deutlich schlechter ab. Mit rund 14,5 Prozent lag ihr Zuckergehalt fast drei Prozentpunkte unter jenem der deutschen Bio-Rüben. Zudem wiesen sie in beiden Wochen einen höheren Fremdbesatz auf. Auch die Schweizer Flächenerträge weichen laut SZU deutlich von den Resultaten einer Umfrage ab, die einige Wochen zuvor bei den Bio-Pflanzern durchgeführt worden war.
Aarberg kämpft auch mit der Qualität
Dass die Rübenqualität dieses Jahr zu schaffen macht, zeigt sich auch im zweiten Werk. In Aarberg begann die konventionelle Kampagne bereits am 23. September. Weil die Rüben aus einzelnen Anbaugebieten schwierig zu verarbeiten waren, konnte die Fabrik nicht wie ursprünglich geplant hochgefahren werden.
Die Anfuhr wurde gegen Ende der Woche reduziert, am Samstag wurde die Strassenanfuhr sogar ganz ausgesetzt. Bis dahin waren knapp 29 300 Tonnen angeliefert worden. Ihr Zuckergehalt liegt mit 15,3 Prozent praktisch gleich hoch wie bei den ersten Frauenfelder Lieferungen.

