Schlussfeier: Das Lernen hat sich für die Walliser Landwirtinnen und Landwirte gelohnt

Im Bergkanton haben fünf junge Landwirtinnen und Landwirte ihren Abschluss gefeiert.

Karin Oesch, Direktorin des Landwirtschaftszentrums (LZ) Visp, und Virginia Furrer, Koordinatorin Bildung, zeigen sich stolz. Alle Absolventinnen und Absolventen der Klasse Landwirt/in EFZ können am Dienstag in Visp VS ihr Fähigkeitszeugnis in Empfang nehmen. «Es wurde am Schluss spannend, aber es sind alle im Trockenen», freut sich Karin Oesch. Dies sei jedoch nicht nur der Verdienst der Lernenden selbst, sondern auch deren Umfeld, besonders der Lehrmeisterfamilien. «Lehrmeister bieten nicht nur mentale Unterstützung, sie müssen auch mal Erziehungsaufgaben wahrnehmen», weiss sie und dankt dafür.

Zwei Preise – ein Gewinner

Im Wallis werden jedes Jahr zwei Preise vergeben – einer für den besten Gesamtdurchschnitt und einer für die Bestnote bei der praktischen Prüfung. Heuer holt sich beide Preise dieselbe Person. Simon Borter erzielte in beiden Bereichen mit der Note 5,1 das höchste Resultat. Mit einer Auszeichnung habe er geliebäugelt, verrät er der BauernZeitung nach dem offiziellen Teil der Feier. Aber sogar beide Preise zu erhalten, freut und überrascht ihn. «Ich bin stolz auf meine Leistung. Das Lernen hat sich gelohnt», erklärt er. Seine Lernstrategie habe darin bestanden, mit seinem Lehrmeister Max Stalder vieles direkt im Alltag zu besprechen. Dadurch und auch in Diskussionen mit den Lehrpersonen habe er viel gelernt. Das sei besser, als trockene Theorie zu büffeln, ist er überzeugt.

Simon Borter hat heuer beide Preise, die im Wallis für die besten Noten vergeben werden, abgeräumt.(Bild: Andrea Wyss)

So sieht die Zukunft aus

Simon Borter arbeitet diesen Sommer weiter bei seinem Lehrmeister. Im Winter steht dann die Rekrutenschule auf dem Programm. Danach will der junge Landwirt zeitweilig in Neuseeland arbeiten, und später den elterlichen Betrieb übernehmen. Sein grosses Ziel ist es, den jetzigen Nebenerwerbsbetrieb einmal zu einem Vollerwerbsbetrieb machen zu können.

Patric Zimmermann weiss zu schätzen, welche Arbeit die Landwirtschaft im Bergkanton Wallis verrichtet.(Bild: Andrea Wyss)

Landwirtschaft verrichtet wichtige Landschaftspflege

Dass Simon Borter und seine Klassenkameraden für die Zukunft gut gerüstet sind, davon ist der Walliser zweite Grossrats-Vizepräsident Patric Zimmermann überzeugt. Auch wenn er selbst keinen grossen Bezug zur Landwirtschaft habe, wisse er um deren Wichtigkeit. «Ohne ihre Arbeit würde unser Kanton ein anderes Gesicht haben», betont er. Landwirte würden viel mehr leisten, als Lebensmittel zu produzieren. «Sie tragen massgeblich zum Schutz vor Naturgefahren bei. Die Landschaftspflege im Bergkanton ist überlebenswichtig für die ganze Bevölkerung», resümiert der Grossrat.

Orientierungsschule hilft, Brücken zu bauen

Speziell im Wallis ist die Tatsache, dass Jugendliche die Möglichkeit haben, ihr letztes Schuljahr der obligatorischen Schulzeit, der sogenannten Orientierungsschule (OS), am Landwirtschaftszentrum Visp zu absolvieren. Dabei erhalten sie Einblick in die landwirtschaftlichen Grundlagen. Die Jugendlichen können zu Hause wohnen oder im Internat.

An der Feier werden sie jeweils ebenfalls gefeiert und in die Zukunft verabschiedet. Karin Oesch betont in ihrer Ansprache: «Die OS ist für unser Zentrum wichtig. Die Jugendlichen bringen Leben ins Haus und wirken als Brückenbauerinnen zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Sie helfen also, den Stadt-Land-Graben etwas auszuebnen.»

Dass nach dem Abschluss nicht nur die OS-Schüler(innen) und die neuen Landwirtinnen und Landwirte einen neuen Weg vor sich haben, sondern auch das LZ Visp, verrät Karin Oesch gegen Ende der Feier. «Die lange geplante Eröffnung des Hofladens kommt Mitte September», erklärt sie. Gegenüber der BauernZeitung verrät Oesch, dass sie sich sehr auf die Eröffnung freue. Sie sei aber ehrlicherweise auch nervös, ob denn der Laden die Kundschaft wie gewünscht auch anlocke. Nicht nur die Jugendlichen, auch das LZ Visp, hat also einen spannenden neuen Weg vor sich.

Sie feierten

Folgende Absolventinnen und Absolventen haben die Ausbildung Landwirt/in EFZ abgeschlossen: Ambord Juliana, Wiler, (Lehrbetrieb Regotz Jonas, Zeneggen); Anderegg Nico, Wangen b. Olten, (Pillet Bertrand, Vétroz); Borter Simon, Ried-Brig, (Stalder Max, Visp); Calcoen Myria, Leuk-Stadt, (Pfammatter Renato, Ried-Brig) und Marx Janis Maximilian, Brigerbad, (Stalder Max, Visp).