Aargau Wasserstrategie: Bauern begrüssen Bewässerung, fürchten Flächenverlust

Aargau hat neu eine Wasserstrategie. Der Bauernverband begrüsst, dass der Bedarf für die Landwirtschaft anerkannt wird, wehrt sich aber gegen zusätzliche Flächenansprüche für Feuchtgebiete.

Schon 2022 startete der Kanton Aargau das Projekt für eine kantonale Wasserstrategie und wendet dafür bis 2030 rund 1,9 Mio. Franken auf. Im Rahmen von Workshops sei auch der Bauernverband Aargau (BVA) vor Jahren angehört worden, habe seither aber nichts mehr zum Stand vernommen, sagt Ralf Bucher, Geschäftsführer des BVA.

Nun hat der Regierungsrat Ende Juni 2026, für den BVA überraschend, die Wasserstrategie publiziert. Diese umfasst ein 23-seitiges Grundlagenpapier sowie eine 41-seitige Beilage mit den Handlungsfeldern und Stossrichtungen.

Sieben Handlungsfelder definiert

Die Strategie soll aufzeigen, wie die Ressource Wasser in Anbetracht des Klimawandels und des zunehmenden Siedlungsdrucks langfristig gesichert, geschützt und nachhaltig genutzt werden soll. Sieben Handlungsfelder zeigen auf, in welchen Bereichen Massnahmen und Vorhaben prioritär umgesetzt werden sollen:

  • Wasserversorgung
  • Wasserqualität
  • Trockenheit und Hochwasser
  • Energetische Nutzung
  • Wasser für Landwirtschaft und Industrie
  • Gewässer und Feuchtgebiete als Lebensräume
  • Wasserrückhalt und Wasserspeicherung

So wird darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft eine zentrale Säule für die Ernährungssicherheit sei. Voraussetzung seien humusreiche Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität. Aufgrund der zunehmenden Wetterextreme sei der Ausbau geeigneter Infrastrukturen entscheidend – so beispielsweise Be- und Entwässerungsanlagen mit Speicher und Retentionsmöglichkeiten.

Die Bewässerung zur Lebensmittelproduktion soll im Rahmen der verfügbaren Wasserressourcen unterstützt werden, heisst es im Bericht. Zu stärken sei auch die Pufferfunktion der Böden.

Der BVA begrüsst in einer Stellungnahme die ausdrückliche Anerkennung der Landwirtschaft als versorgungsrelevante Nutzerin der Ressource Wasser und die vorgesehenen Massnahmen zur Sicherung der Bewässerung. «Wir sind froh, dass diese Hauptforderung aus der Motion von 2019 zur Bedeutung der Bewässerung nun aufgenommen wurde», schreibt Bucher.

Gespannt auf konkrete Massnahmen

Kritisch beurteilt würden hingegen zusätzliche Flächenansprüche für Feuchtgebiete und Revitalisierungen, sofern dadurch produktive Landwirtschaftsflächen verloren gehen. Die Freiwilligkeit dürfe nicht unterwandert und es sollten auch die Massnahmen berücksichtigt werden, die ohnehin umzusetzen seien, so für Bachrevitalisierungen, Amphibienschutzgebiete und Gewässerräume.

Entscheidend werde sein, dass der angekündigte Massnahmenplan die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion mindestens gleichwertig berücksichtige wie die ökologischen Zielsetzungen.

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