Trockenheit und Hitze bedeuten nicht nur Stress für unsere Tiere und Pflanzen, sondern sind auch eine grosse Herausforderung für die wichtigen Helfer im Boden. Nackter Ackerboden kann im obersten Bereich über 50 Grad heiss werden. Bakterien und Pilze bestehen wie Menschen zum Grossteil aus Eiweiss und sterben deshalb bei einer Körpertemperatur von über 44 Grad ab. Zu viel Hitze im Boden zerstört somit das Bodenleben.
Temperaturen von über 30 Grad verringern die Aktivität des Mikrobioms. Humusabbauende Bakterienstämme halten höhere Temperaturen besser aus und nehmen überhand. Humus ist aber wichtig für das Wasserhaltevermögen. Hitzewellen zeigen, wie wichtig es ist, die Böden möglichst kühl und feucht zu halten. Bekannte Massnahmen sind: Untersaaten und Zwischenkulturen säen, den Boden nur sehr flach bearbeiten, damit Kapillaren erhalten bleiben, sowie Mulch oder Stroh auf der Oberfläche verteilen.
Um besser auf weitere Hitzewellen vorbereitet zu sein, braucht es weitgreifendere Massnahmen. Strukturreiche Landschaftselemente wie Hecken, Baumreihen oder Agroforstsysteme wirken ausgleichend auf das Mikroklima und halten Wasser länger in der Fläche. Innovative Wassermanagementsysteme wie beispielsweise das Keyline-Design verlangsamen den oberflächlichen Wasserabfluss und verbessern die Verteilung und Versickerung des Wassers. Zudem können Teiche angelegt werden, welche sowohl als Biotop als auch als Retentionsbecken sehr nützlich sind.

