Die Bio-Kampagne in der Zuckerfabrik Frauenfeld wurde in den vergangenen Tagen abgeschlossen. Mit deren Ende konnte der Start der konventionellen Rübenverarbeitung lanciert werden. Da die Temperaturen nach wie vor auf einem hohen Level sind, sollte der Erntetermin möglichst nahe am Verladetermin erfolgen. Dadurch ist die Mietenlagerzeit auf dem Feld kurz, wodurch weniger Verluste am Haufen entstehen.
Ertragszuwachs wäre theoretisch möglich
Um Verluste möglichst gering zu halten, ist eine längere Feldlagerung erst ab Kühlschranktemperaturen von maximal 8 °C in Betracht zu ziehen. Eine Vorratsernte sollte daher üblicherweise erst ab Ende Oktober erfolgen. Die Rüben bleiben im Boden am besten konserviert.
Im Normalfall ist im Oktober ein Ertragszuwachs von einer Tonne pro Hektar und Woche noch im Bereich des Möglichen. Hält jedoch die Trockenheit weiter an, dann werden sich wohl kaum noch nennenswerte Ertragszuwächse ergeben. Um Verluste zu reduzieren und die Rübenqualität bestmöglich zu sichern, sollte eine Ernte dennoch nicht zu früh erfolgen.
Köpfen: nicht zu hoch und nicht zu tief
Bei der Ernte gehört der Landwirt auf das Rübenfeld. Dabei gilt es, die Köpfqualität zu kontrollieren. Ein zu tiefes Köpfen führt zu unnötigen Ertragsverlusten. Ein zu hohes Köpfen lässt hingegen den Fremdbesatzanteil der Rübenlieferung steigen. Die teils geringe Grösse der Rübenkörper kann zu einem Problem bei der Ernte werden. Zu kleine Rüben (Durchmesser niedriger als 6 cm bzw. Rübengewicht unter 400 g) fallen oftmals durch die Rodemaschine durch und bleiben so auf dem Feld liegen.
Keine hohen Abzüge riskieren
Drastische Anpassungen an den Rodefahrzeugen, damit auch sehr kleine Rüben den Weg in die Miete finden, gilt es zu vermeiden. Solche Anpassungen sorgen auch dafür, dass vermehrt Steine in das Erntegut gelangen, wodurch der Fremdbesatz steigt. Ein zu hoher Fremdbesatz führt zu finanziellen Abzügen in der Rübenabrechnung des Produzenten. Zudem behindern die Steine die Verarbeitung in den Fabriken.

