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So nutzen Sie den Auftrieb für die Bio-Hofverarbeitung

Die Produktvielfalt in den Hofläden nimmt seit Covid-19 zu. Neben fundiertem Wissen braucht es auch ökonomische Überlegungen. Das FiBL bietet zu dem Thema Kurse an.

Covid-19 macht Menschen auf neue Weise interessiert, woher ihre Lebensmittel kommen. So steigen seit Monaten die Frequenzen auch in den Hofläden. Deren Kundschaft stellt dann manches Mal ­verwundert fest, wie sich das Sortiment verändert hat, denn Direktvermarkterinnen und -vermarkter erweitern ihr Sortiment zunehmend um weitere Produktgruppen und bieten eine neue Vielfalt: Frische Nussöle, Tofu aus eigener Soja, Dörrfrüchte der neuen Art, eine Vielfalt feiner Glace, ein enormes Spektrum an fermentierten Gemüsen. Zudem werden bestehende Sortimente in einer grösseren Tiefe angeboten, z. B. ein Essigsortiment von zehn bis 30 Varianten, von dem auch Profiköche träumen.

Neue Produkte brauchen fundierte Kenntnisse und ökonomische Überlegungen

Solche Produktentwicklungen benötigen fundierte Kenntnisse der Lebensmittelverordnung und Bio-Regelwerke sowie viel fachliches Können. Damit dieser Trend verstetigt wird, sind weitere, auch ökonomische Überlegungen nötig. Für Vermarktungsspezialist Dr. Toralf Richter vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick AG ist eine wichtige Frage – die bereits zu Beginn einer Investition in die Hofverarbeitung gestellt werden muss – die nach der Vermarktung der Produkte: Liefere ich meine Produkte an einen Grosshändler, möchte ich damit einen Bioladen beliefern oder möchte ich Konsumentinnen und Konsumenten direkt erreichen? Die Beantwortung der Fragen hat Konsequenzen in Bezug auf die Mengenplanung, die Logistik, aber auch die Investition, die für den Aufbau eines neuen Vermarktungsweges beachtet werden muss.

FiBL bietet Kurs für erfolgreiche Hofverarbeitung an

Ursula Kretzschmar, neue Leiterin am FiBL für die Verarbeitung, ergänzt, dass Hofverarbeitung den direkten Zugang zu den Rohwaren hat, ob selber angebaut oder aus Wildsammlung. Nicht die einheitliche, wiederkehrend gleichbleibende Sensorik zählt, sondern frische Verarbeitung, kurze Transportwege und Geschmacksintensität, da in Kleinmengen produziert wird, sowie die Einzigartigkeit des Produkts, welches der Kundschaft direkt und persönlich vermittelt werden kann. Das Ganze gekoppelt mit dem Mehrwert, dass die Wertschöpfung zu 100 Prozent auf dem Hof generiert wird. Welche Aspekte zur erfolgreichen Hofverarbeitung hierbei berücksichtigt werden müssen und was sich in der Praxis bewährt hat, erfährt und erlernt man auf der ersten Bio-Hofverarbeitertagung am 19. Oktober 2020 in Alberswil LU.

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