Resistente Tomatensorten bringen mehr Ertrag – und Gartenfreude

Bisher schien es fast unausweichlich, dass Tomaten im Laufe der Gartensaison von Kraut- und Braunfäule befallen werden. Neue Züchtungen sind nun deutlich resistenter und gedeihen sogar ohne Abdeckung.

Was wäre ein Sommer ohne Tomaten? In verschiedenen Grössen, Formen und Farben, von Rot über Gelb bis hin zu Orange, gehören sie hierzulande zu den beliebtesten Gemüsesorten. Kaum sind keine Fröste mehr zu erwarten, kann es mit dem Pflanzen der Setzlinge losgehen.

Das Kultivieren von eigenen Tomaten ist keine Hexerei, eigentlich. Denn viel zu oft machen lästige Pilzkrankheiten den Gärtnerinnen und Gärtnern einen Strich durch die Rechnung. Allen voran die Kraut- und Braunfäule: Sie ist die Spielverderberin Nummer 1, lässt sie doch die Blätter und Triebe der Pflanzen innert weniger Tage braun werden, führt zu faulenden Stellen an den Früchten und oft zum Totalausfall der Ernte.

Resistente Tomatensorten bringen mehr Ertrag – und Gartenfreude
Die Freiland-Strauchtomate 'Philona' ist eine aufrecht wachsende Gemüsepflanze, die bis zu 2,50 Meter gross wird.

Vielversprechende Neuzüchtungen

Nun haben Züchterinnen und Züchter in den letzten Jahren resistente Sorten entwickelt. Diese lassen sich ohne den Schutz eines Tomatenhauses im Garten oder im Topf anbauen. Während bei normalen und «toleranten» Sorten die Kraut- und Braunfäule bei feuchtem Wetter im Sommer oft auftritt, zeigt sie sich bei resistenten Sorten kaum noch oder erst im Herbst, wenn die Ernte bereits weit fortgeschritten ist.

«Die Neuzüchtungen sind noch nicht perfekt, aber schon sehr resistent», sagt Othmar Ziswiler, Leiter Gärtnerischer Detailhandel bei Jardin Suisse. «Sie sind als Setzlinge in Gärtnereien und Gartencentern unter der Bezeichnung ‹Pi-resistente› Tomaten erhältlich.»

Das Kürzel «Pi» steht dabei für Phytophthora infestans, den wissenschaftlichen Namen des Erregers der Kraut- und Braunfäule. Bereits ist eine ganze Palette verschiedener geschmackvoller Sorten erhältlich, von der Cocktailtomate bis hin zum länglichen Mini-San-Marzano-Typ.

Durch die reduzierte Krankheitsanfälligkeit sind sie ideal für den biologischen Anbau im Gemüsegarten oder auf Balkon und Terrasse. Nach Einschätzungen von Fachexpertinnen und -experten dürften sich resistente Tomatensorten in den nächsten Jahren einen fixen Platz in den Sortimenten erobern.

Resistente Tomatensorten bringen mehr Ertrag – und Gartenfreude
Die Kraut- und Braunfäule kann Triebe und Früchte befallen.

Vorbeugen ist die halbe Ernte

  • Nebst der Wahl von resistenten Sorten gibt es eine ganze Reihe weiterer vorbeugender Massnahmen, die wesentlich dazu beitragen, die Tomatenpflanzen kräftig und gesund durch die Saison zu bringen:
  • Einen möglichst sonnigen Standort wählen.
  • Bei Pflanzungen in Töpfe immer neues Substrat verwenden.
  • Düngen, düngen, düngen … Tomaten brauchen regelmässige Nährstoffgaben. Befolgen Sie dabei die Herstellerangaben auf dem Düngemittel.
  • Dabei einen ausgewogenen Tomatendünger verwenden und zugleich auf eine gleichmässige Wasserversorgung achten, damit Kalzium kontinuierlich aufgenommen werden kann. Besonders die grossfruchtigen Sorten reagieren empfindlich auf Feuchtigkeitsschwankungen und können von Blütenendfäule betroffen sein.
  • Direkt in den Wurzelbereich giessen, die Blätter möglichst nicht benetzen.
  • Staunässe vermeiden.
  • Die kleinen Seitentriebe («Geiztriebe»), die in den Blattachseln wachsen, regelmässig entfernen. So bleibt die Pflanze luftig, die Blätter trocknen rasch ab und die ganze Kraft geht in den Haupttrieb.
  • Die Erde unter den Tomatenpflanzen mit organischem Material wie Rasenschnitt mulchen, um Spritzwasser vom Boden her zu reduzieren.
  • Zwischen den Tomatenpflanzen ausreichende Pflanzabstände von 60 bis 80 cm einhalten.
  • Eine Unterpflanzung mit Basilikum, Peterli oder Ringelblumen wehrt Schädlinge ab, fördert die Bodengesundheit und das Wachstum.