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Obstbau: Mit Fruchtausdünnung erreichen die Früchte eine gute Qualität

Der Fruchtbehang ist dieses Jahr bei Äpfeln und Zwetschgen gut. Beim Kernobst spielt nebst der chemischen Fruchtausdünnung die manuelle Fruchtausdünnung eine zentrale Rolle.

Dank einer korrekten Ausdünnung erreichen die Früchte eine ansprechende Grösse und gleichzeitig wird die innere Fruchtqualität verbessert.

Drei Früchte

Bei grossfruchtigen Sorten können bis drei Früchte pro Büschel belassen werden, sofern diese gut ernährt und exponiert sind. Bei Einzelfrüchten werden diese zu gross. Bei eher kleinfruchtigen Sorten wie zum Beispiel Gala sind maximal zwei Früchte pro Büschel optimal. Minderwertige Früchte gibt es auf der Astunterseite und am einjährigen Fruchtholz. Auch Birnen sind auszudünnen, vor allem die Sorten Conference und Gute Luise. Mindestens 50 Prozent der Fruchtsprossen sollten leer stehen, damit sich dort Blütenknospen fürs nächste Jahr bilden können. Die Fruchtstiele müssen am Baum bleiben. Bei 2000 Bäumen pro Hektare Nettofläche und einem gewünschten Ertrag von 60 Tonnen pro Hektare ergibt das bei gesunden, voll leistungsfähigen Bäumen 30 Kilo Äpfel pro Baum. Bei kleinfruchtigen Sorten ergeben acht Früchte ein Kilogramm, bei grossfruchtigen sind es sechs Früchte. Das heisst, pro Baum dürfen bei kleinfruchtigen Sorten maximal 240 Früchte am Baum bleiben, bei grossfruchtigen 180. Um die Qualität der Ausdünnarbeit zu kontrollieren, sind stichprobenartig einzelne Bäume auszuzählen. Der Aufwand für die Handausdünung kann beim Kernobst bis 100 h/ha betragen, bei Zwetschgen bis 120 h/ha.

Sommerbehandlung

Die Fruchtausdünnung kann mit einer Sommerbehandlung kombiniert werden. Triebe im oberen Baumbereich, die in die Witterungsschutzsysteme wachsen, können weggerissen werden. Zu starke Jahrestriebe auf der Oberseite von Fruchtästen können ebenfalls weggerissen oder eingekürzt werden. Dadurch kommt mehr Licht ins Bauminnere, was zu besserer Fruchtausfärbung, Ernteleistung und weniger Krankheitsdruck führt. Bei den Zwetschgen hat das Kaliber einen direkten Einfluss auf das Fruchtgewicht und das Aroma. Je nach Sorte werden minimale Fruchtgewichte von 30 bis 45 Gramm angestrebt. Die optimalen Fruchtgewichte pro Sorte ergeben die nötige Anzahl Früchte pro Laufmeter. Auch hier gilt, dass Früchte auf der Astunterseite oder im Bauminnern und am hängenden Holz schlechter ernährt werden.

Optimales Verhältnis

Optimal sind 1,2 bis 1,4 kg Früchte pro Laufmeter Fruchtholz. Dies entspricht einem Blatt-Fruchtverhältnis von vier bis fünf Blättern pro Frucht. Grossfruchtige Sorten: 25 bis 35 Früchte je Laufmeter. Eher kleinfruchtige Sorten wie Katinka, Elena: 35 bis 40 Früchte je Laufmeter.

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