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Krautfäule: Die Hoffnung ruht auf robusten Sorten

Im konventionellen wie auch im Bio-Anbau ist die Entwicklung widerstandsfähiger Kartoffeln die wichtigste Massnahme gegen Krautfäule. Mit den robusten Sorten solle aber verantwortungsvoll umgegangen werden, mahnt Christian Landzettel von der Bioland an der Bio-Kartoffelbautagung am Strickhof.

In diesem Kartoffeljahr war Krautfäule im konventionellen wie auch im Bioanbau ein prägnantes Thema. Zur Bekämpfung der Pilzkrankheit steht das Prognosemodell Phyto-PRE zur Verfügung. Dieses liefert eine rasche und aktuelle Empfehlung für zeitkritische Bekämpfungsmassnahmen. Es zeigten sich aber «Schwachpunkte». So sei etwa der Behandlungsstart von zuverlässigen Befallsmeldungen abhängig, sagte Tomke Musa von Agroscope an der Swisspatat-Kartoffelbautagung am Strickhof, Lindau. Klimadaten von weit entfernten Meteostationen stellen in der kleinräumigen Schweizer Landschaft eine Fehlerquelle dar. Um die Prognosen von Phyto-PRE zu verbessern, stehen seit dieser Kartoffelsaison 34 neue Meteostationen zur Verfügung. Die Herausforderung, den richtigen Zeitpunkt für die Krautfäulebehandlungen zu finden, bliebe aber bestehen.

Verantwortungsvoller Umgang mit robusten Sorten

An der Bio-Kartoffelbautagung, welche ebenfalls kürzlich am Strickhof stattfand, war auch die Krautfäule ein Thema. Christian Landzettel von der Bioland-Fachberatung Kartoffelbau sagte, dass die Entwicklung widerstandsfähiger bis resistenter Sorten gegenüber der Krautfäule vorankomme. Sie sei die wichtigste Massnahme zur Bekämpfung sowohl im Bio- wie auch im konventionellen Anbau. Sogenannte R-Gene vermitteln einigen Sorten hohe Resistenz bis zum Nullbefall – eine Höchstleistung klassischer Züchtung.

Christian Landzettel mahnte zum verantwortungsvollen Umgang mit solchen Sorten: Es sei im ungünstigsten Fall möglich, dass eine Krautfäule-Mutante entstehe, die einzelne R-Gen-Effekte überwinde. Sie könne sogar zu einer neuen Krautfäule-Rasse avancieren, die mehrere resistente Sorten befallen kann. Um solche Prozesse bestmöglich zu vermeiden, könne man den Kupfereinsatz in resistenten Sorten massiv reduzieren, jedoch nicht ganz weglassen. Es sei sinnvoll, Kleinstmengen einzusetzen, sobald anfällige Sorten benachbarter Bestände Befall zeigten, um einen Selektionsdruck auszulösen. Die Züchtung arbeitet mit Hochdruck an mehrgenresistenten Genotypen.

Weitere Versuche sind nötig

Daniel Hangartner von Rathgeb Bio berichtete vom Kartoffelversuch ohne Kupfer mit den Sorten Cereza, BIM 13-678-01, Levante, Muse, Sevilla, Acoustic, Rainbow und Vitabella. Das Fazit: Es gibt Sorten, die mit erheblich reduziertem Kupfereinsatz angebaut werden können. Positiv bewertet wurden die Kosteneinsparung und die ökologischen Fortschritte nach dem Versuch. Wenn es auch schon einige wohlschmeckende hochstabile Sorten gebe, sei der Geschmack resistenter Sorten noch ausbaufähig. Es seien deshalb noch weitere Versuche in diese Richtung nötig.