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Die Baumwanze beeinträchtigt den Geschmack von Most

Der Schädling aus Asien breitet sich auch in Schweizer Rebbergen aus. Eine neue Studie von Agroscope untersuchte seinen Einfluss auf den Geschmack von Most und Wein.

Die marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) ist ein Schädling, der Anfang 2000 aus Asien in die Schweiz eingeschleppt wurde. Sie hat ein sehr breites Nahrungsspektrum und findes sich im Rebberg in allen Entwicklungsstadien wieder. Welchen Einfluss sie auf das Aroma und den Geschmack von Traubenmost und Wein hat, untersuchte eine kürzlich erstellte Studie von Agroscope.

Fehlaromen im Most

Dafür wurde frisch gepresster Traubenmost mit Baumwanzen kontaminiert. Anschliessende Geschmacksproben zeigten, dass dieser Most pflanzlich und holzig schmeckte und somit einen schlechteren Geschmack aufwies als normaler Most. Danach wurden der kontaminierte und der normale Most in unterschiedliche Flaschen abgefüllt.

Kein Einfluss auf Weingeschmack

Nach einem Jahr folgte eine weitere Verkostung des mittlerweile zu Wein gewordenen Mostes. Überraschenderweise konnten die Winzer nun keinen geschmacklichen Unterschied zwischen dem Wein mit und ohne Baumwanzen feststellen. Daraus leiten die Wissenschaftler ab, dass die Moleküle, die für die Fehlaromen in den Mosten verantwortlich sind, während der Gärung grösstenteils verschwinden und so den Geschmack des Weins nicht mehr verändern.

Geringes Risiko

Laut der Studie von Agroscope haben die Baumwanzen also einen negativen Einfluss auf die Qualität von Traubensaft und -most. Sie beeinträchtigen jedoch nicht den Geschmack der Weine. Des Weiteren sei das Risiko gering, dass die Ernte überhaupt mit den Baumwanzen kontaminiert werde. Die Schädlinge seien sehr mobil und würden während des Ernteprozesses meist fliehen.

Keine Bekämpfung nötig

Daher sei es nicht notwendig spezielle Bekämpfungsmassnahmen gegen die Wanzen zu entwickeln. Die Autor(innen) der Studie empfehlen Winzern und Herstellern von Tafeltrauben und Traubensaft jedoch, die Entwicklung der Baumwanzen-Populationen in ihren Rebbeständen im Auge zu behalten.

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