Der sich zu Ende neigende Sommer hat uns einmal mehr drastisch vor Augen geführt, dass der Klimawandel Realität ist. Auch in der sonst mit Niederschlägen reichlich versorgten Schweiz können wir uns seinen Auswirkungen nicht entziehen. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass die Temperaturen noch weiter ansteigen und die Niederschläge in den Sommermonaten zurückgehen.
Die Sommertrockenheit stellt speziell den Futterbau vor grosse Herausforderungen. Sie führt zu einem Ausbleiben von Schnitten, erschwert das Weiden und verändert die Futterqualität. Generell leiden intensiv genutzte Bestände stärker unter Dürre als artenreichere Bestände, die weniger häufig genutzt werden. Ein weiteres Phänomen ist die Ausbreitung von unerwünschten Pflanzenarten. Vor allem Hirsen können sich in den heissen Sommermonaten in lückigen Wiesen und Weiden rasant ausbreiten.
Bessere Erträge als vermutet
Ganz so dramatisch wie es scheint, ist es aber nicht. Untersuchungen zeigen, dass sich dürregeplagte Bestände nach Einsetzen der Niederschläge meist erstaunlich gut wieder erholen. Teilweise kann sogar eine Ertragskompensation bei der Nutzung im Herbst beobachtet werden, sodass der Jahresertrag nicht ganz so tief ausfällt wie im Sommer vermutet. Und vielleicht liegt aufgrund der längeren Vegetationsperiode gar ein zusätzlicher Weideumtrieb drin?
Seriöses Risikomanagement
Um den Auswirkungen des Klimawandels bestmöglich zu begegnen, ist es bei der Wahl von Kunstwiesenmischungen ratsam, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Als Absicherung sollten auf einem Teil der Fläche auch trockenheitstolerantere Mischungen mit Knaulgras, Mattenklee, Rohrschwingel oder gar Luzerne angebaut werden. Von der AGFF stehen dazu eine Vielzahl von Rezepturen für unterschiedlichste Bedingungen zur Verfügung.
Um ausbleibendes Wachstum in den Sommermonaten zu kompensieren, bietet sich nicht nur für Käsereibetriebe an, etwas Mais anzubauen. Als tropische Pflanze wächst Mais auch bei hohen Temperaturen gut. Grün verfüttert, kann er bei extremen Futtermangel im August dazu beitragen, die schwierigste Phase zu überbrücken. Zu einem seriösen Risikomanagement gehört nicht zuletzt aber auch die Frage, ob der vorhandene Tierbesatz unter den veränderten Bedingungen überhaupt noch an das Futterpotenzial des Betriebes angepasst ist.

