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Die Temperaturen steigen, im Feldbau können erste Massnahmen erfolgen

Im Weizen kann die Unkrautbekämpfung starten. Im Raps fliegt derweil der Stängelrüssler ein – Felder müssen nun engmaschig überwacht werden.

Mit den warmen Tagen steigt nicht nur die Temperatursumme, sondern auch der Unkrautdruck. Im Winterweizen kann die Unkrautbekämpfung bereits jetzt geplant werden. Erfolgt diese mechanisch, sollte der erste Striegeldurchgang so schnell wie möglich erfolgen und die trockene Witterung ausgenutzt werden.

Grössere Unkräuter werden nur noch schlecht erfasst

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Unkräuter maximal im Keimblattstadium sind. Grössere Unkräuter sind meistens bereits zu stark verwurzelt und werden vom Striegel nur noch schlecht erfasst. Die Einstellung des Striegels hängt vom Stadium des Winterweizens ab. Ist das Getreide bereits am Bestocken, kann intensiv gestriegelt werden, da die Pflanzen gut verwurzelt sind.

Erfolgt die Unkrautbekämpfung mit chemischen Mitteln, sollte das Unkrautvorkommen im Feld genau beurteilt werden. Bei hohem Unkrautdruck kann die Bekämpfung bereits vor der Hauptbestockung erfolgen, um eine zu starke Konkurrenzwirkung zu verhindern. Überstürzte Behandlungen in gestresste Bestände, gerade bei Minustemperaturen in der Nacht, sollten allgemein vermieden werden. 

Ideales Flugwetter für den Rapsstängelrüssler

Seit Mitte Februar wird in vielen Rapsfeldern der Einflug des Rapsstängelrüsslers mittels Gelbschalen oder Gelbfallen überwacht. Da an einzelnen Tagen bereits Temperaturen um die 10 bis 12°C erreicht wurden, fand man bereits einige Käfer in den Fallen. Der Raps hatte zu diesem Zeitpunkt das Längenwachstum noch nicht aufgenommen und die Temperaturschwankungen führten zu zögerlichem Einflug. Mit der Bekämpfung konnte bis jetzt zugewartet werden.

Ab dieser Woche sollten die Felder engmaschig überwacht werden. Die Temperaturkurve für die nächsten Tage zeigen ideales Flugwetter und auch der Raps wird zügig an Länge gewinnen. Massgebend für die Abschätzung einer Bekämpfung sind jedoch nicht die Käferfänge, sondern die Einstiche ab einer gewissen Pflanzenlänge. In regelmässig stark befallenen Gebieten ist die Bekämpfungsschwelle bei einer Stängelhöhe von 1 bis 5 cm erreicht, sobald erste Einstiche sichtbar sind, in den übrigen Regionen bei einer Stängelhöhe von 1 bis 20 cm sobald an 40 bis 60 % der Pflanzen Einstiche vorhanden sind.

Rüssler ist nicht gleich Rüssler

Wichtig bei der Überwachung ist auch die Unterscheidung zwischen dem Rapsstängelrüssler und dem Gefleckten Kohltriebrüssler. Letzterer legt seine Eier vorwiegend in den unteren Teil der Blattstiele ab. Selten erfolgen Eiablagen in Haupttriebe. Es kommt dadurch kaum zu Wucherungen am Stängel oder zum Aufplatzen. Schäden sind wirtschaftlich vernachlässigbar.

Gezielte Behandlung durchführen

Die Bekämpfung des Rapsstängelrüsslers erfolgt mit Pyrethroiden. Diese Mittel weisen Kontakt- und Frasswirkung auf. Die Behandlung sollte gezielt nach Erreichen der Bekämpfungsschwelle erfolgen. Dadurch werden unnötige Folgebehandlungen verhindert und der hohen Umweltgefährdungsstufe dieser Mittel wird Rechnung getragen. Je nach Mittel liegen die Drift-Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern zwischen 20 m bis 100 m. Mit angepasster Düsenwahl und Druck, gemäss den Weisungen des Bundesamt für Landwirtschaft, lassen sich die Auflagen bis auf 6 m anpassen.

Weitere Informationen findet man auch auf dem Merkblatt «Reduktion der Drift und Abschwemmung von PSM» von Agridea.