Nach den ausgiebigen Niederschlägen der vergangenen Wochen hat das schöne Wetter von dieser Woche wieder geholfen, die Böden zu trocknen. In den Rübenbeständen ist es weniger nass als befürchtet. Trotz beinahe 100 mm Niederschlag konnten die Rüben einiges an Wasser abfangen respektive aufnehmen.
Das führt aktuell dazu, dass die Zuckergehalte sehr tief sind und die Erträge entsprechend hoch. Dieses Bild wird sich in den kommenden Tagen im Osten so zeigen. Was jedoch erfreulich ist, sind die sehr hohen Zuckererträge.
Mehr Wasser wird aufgenommen als Zucker produziert wird
Die Zuckererträge setzen sich aus «Rübenertrag × Zuckergehalt» zusammen. Beides gleichzeitig auf einem hohen Niveau zu haben, ist praktisch unmöglich. Einer der beiden Werte sticht im Normalfall oben heraus. Aktuell ist es aufgrund der hohen Niederschlagsmengen eher der Ertrag, so dass die Zuckerrüben mehr Wasser aufnehmen und der produzierte Zucker im Verhältnis zum Rübengewicht weniger ins Gewicht fällt – dies führt logischerweise zu einem tieferen prozentualen Anteil Zucker in der Rübe und somit zu einem tieferen Zuckergehalt.
Wenig Spielraum für Hoffnung
Was hierbei sicherlich noch erfreulich ist: die Rübenerträge werden im Osten sehr hoch erwartet. Im Westen sind diese im Vergleich nicht so hoch, zudem leiden die Gebiete mit starkem SBR-Befall unter tiefem Zuckergehalt. Wohin die Reise in diesen Gebieten bezüglich Zuckergehalte noch hingeht, ist unklar. Es ist jedoch zu befürchten, dass die Zuckergehalte in diesen Gebieten auch in diesem Jahr tief ausfallen könnten. Die ersten Anlieferungen lassen leider wenig Spielraum für Hoffnung.
Durch das schöne Herbstwetter können die anstehenden Rodearbeiten allerdings bei besseren Bedingungen stattfinden als vorgängig befürchtet.

