Trotz optimaler Voraussetzungen für die Cercospora-Blattflecken findet man sie nur an wenigen Orten. Entgegen aller Prognosen war die Entwicklung langsamer als vorhergesagt. Dies ist natürlich sehr erfreulich und sicherlich auch der besseren Sortentoleranz zu verdanken. Zudem war der Druck in den letzten drei Jahren tiefer.
In den nächsten Tagen auf Cercospora kontrollieren
Die Temperaturen in den letzten Tagen um rund 25°C haben den Pilz begünstigt, die kommende Hitzeperiode wird dagegen abbremsend wirken – die Entwicklung des Pilzes ist langsamer bei Temperaturen von weit über 30°C. Dennoch müssen wir damit rechnen, dass einzelne Cercospora-Blattflecken gefunden werden. Für alle Zuckerrübenpflanzer ist es daher essenziell, ihre Felder in den nächsten Tagen genauestens zu kontrollieren, vor allem dort, wo noch nicht behandelt wurde – unabhängig von Höhenlage oder Sortenwahl.
Behandeln bevor die Pflanze «lampt»
Zuckerrüben sind am aufnahmefähigsten für einen Wirkstoff, wenn sie vital sind und nicht «schlafen» respektive «lampen». Daher ist es wichtig, eine allfällige Fungizidbehandlung anzubringen, bevor die Zuckerrüben das Laub «lampen» lassen. Auch früh am Morgen, wenn sie wieder für einige Stunde «stehen», kann eine Behandlung erfolgen.
Die Verteilung des Wirkstoffes ist aber auch dann beeinträchtigt, so dass je nach Sorte mit einer Applikation zugewartet werden kann.
Nicht bei zu viel Morgentau behandeln
Wer am frühen Morgen behandeln will, sollte den Morgentau berücksichtigen. Wenn mit dem nackten Armen durch den Laubbestand gefahren wird und diese anschliessend tropfen, ist es für eine Fungizidapplikation zu nass. Sorten mit einer höheren Toleranz wie Escadia KWS können auch erst nach der Hitzeperiode behandelt werden. Dies gilt je nach Lage auch für die beiden Sorten Smart Belamia KWS und Novalina KWS. Dies bedarf allerdings einer betriebsspezifischen Beurteilung.

