Die milden Temperaturen begünstigen das Rapswachstum. In den meisten Lagen ist das anfällige Stadium (Stängelhöhe 20 cm) des grossen Stängelrüsslers bereits überwunden.
Die diesjährigen Beobachtungen zeigen, dass der Schädlingsdruck zwischen den Parzellen sehr variabel ist. Deshalb braucht es ein sorgfältiges Auszählen der Einstiche im Stängel, um unnötige Behandlungen einsparen zu können. Die Schadschwelle liegt bei 40 bis 60 % der Pflanzen mit Einstichen, wenn der Raps 5 bis 20 cm hoch ist. Wird eine späte Bekämpfung nötig und sind bereits Glänzkäfer vorhanden, kann das Mittel Blocker verwendet werden. Für alle Pyrethroide braucht es eine Sonderbewilligung.
Eine Behandlung reicht
Zurzeit werden Rapsglanzkäfer in den Gelbfallen beobachtet. Dieses Insekt ist unbedeutend, solange die Blütenknospen noch nicht die obersten Blätter überragen (Stadium DC 53). Wenn mehr als die Hälfte der Pflanzen dieses Stadium erreicht haben, gilt es den Raps regelmässig zu kontrollieren.
Während den wärmsten Stunden an 10 gut verteilten Stellen, genügend weit vom Rand entfernt, die Hauptblütenstände von 5 Pflanzen kontrollieren. Dabei wählt man 5 benachbarte Pflanzen, unabhängig von deren Grösse und Befall. Bis zum Stadium 57 (Blüten der sekundären Infloreszenzen sichtbar) lautet die Bekämpfungsschwelle 6 Glanzkäfer pro Pflanze bzw. 4 in schwachen Beständen. Bei guter Platzierung reicht eine Behandlung.
Die Produktewahl ist eingeschränkt
Wird zu früh eingegriffen, fliegen gleich wieder zahlreiche Glanzkäfer ein und fressen am Raps weiter. Der richtige Behandlungszeitpunkt wird noch zentraler mit der eingeschränkten Produktewahl. Möglichkeiten ohne Sonderbewilligung sind Spinosad (Audienz, Elvis), Acetamipride (Gazelle, Oryx Pro, Pistol) oder Steinmehl (Surround), welches ebenfalls im Extenso und Bio zugelassen ist.
Für Blocker braucht es eine Sonderbewilligung. Da dieses Produkt eine sehr hohe Bienengiftigkeit aufweist, darf es auf keinen Fall eingesetzt werden, wenn der Raps kurz vor der Blüte steht.
Unkräuter sind starkt entwickelt
Getreide: Auf die Behandlung im Getreide dürfen keine Frostnächte folgen. Bei Produkten wie Talis oder Sprinter muss darauf geachtet werden, dass das Einsatzstadium von DC 30 (Ährenanlage 1 cm gross) nicht überschritten wird. Bei wüchsigen Bedingungen kann der Halmverkürzer CCC im Stadium 29/30 dem Herbizid beigemischt werden. Zur Erinnerung: Im Getreide in weiter Reihe ist nur eine einmalige Herbizidanwendung im Frühjahr erlaubt. Nach den starken Niederschlägen ist die Bodenoberfläche recht kompakt. In herbizidlosen Beständen kann ein erster Durchgang mit der Rollhacke helfen, die Kruste zu lockern, um das Resultat vom darauffolgenden Striegel zu verbessern. Die stark entwickelten Unkräuter und -gräser können mit der Rollhacke, dem Striegel und dem Rollstriegel nicht wirksam bekämpft werden. Dieses Frühjahr bestätigt, dass vorbeugende Massnahmen wie Kunstwiesen-Anteil und Gleichgewicht zwischen Sommer- und Winterkulturen zentral sind, um den Unkrautdruck zu senken und erfolgreich herbizidloses Getreide anzubauen.

