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Arbeitskreis Bio-Nebenerwerbskurs: Die eigenen Böden kennenlernen

Die Mitglieder des Arbeitskreises befassen sich damit, wie die Böden aufgewertet werden können, um aktiv und gesund zu sein. Wie beginne ich mit boden-/humusaufbauender Landwirtschaft (Anbauverfahren, Maschinen, Gründüngungswahl)?

Woran erkennt man einen fruchtbaren Boden? Wie sehen konkrete Massnahmen für die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit aus? Diese und ähnliche Fragen wurden im Rahmen eines Anlasses des Arbeitskreises (AK) Bio-Nebenerwerbskurs (NEK), bestehend aus Absolventinnen und Absolventen des Bio-NEK, Ende Mai aufgenommen. Ein AK-Mitglied konnte für den Anlass Lara Feldmann, eine praktizierende Bio-Landwirtin, gewinnen. Sie konnte Anfang Jahr einen Demeterbetrieb in Uettligen bei Wohlen pachten und ist selber daran, «ihre» Böden kennenzulernen und zu verbessern.

Erwartungen formulieren

Damit am Anlass zielorientiert gearbeitet werden konnte, wurden zu Beginn die Erwartungen/ Fragen der zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgeholt:

  • Wie beginne ich mit boden-/humusaufbauender Landwirtschaft (Anbauverfahren, Maschinen, Gründüngungswahl)?
  • Erfahrungsaustausch – was funktioniert/was nicht?
  • Wie kann ich meine Hofdünger aufwerten und somit dem Boden Gutes tun?

Mit den gesammelten Erwartungen gingen wir direkt aufs Feld und besichtigten die erste Parzelle. Dabei erläuterte uns die Biolandwirtin ihre Überlegungen und Strategien, wie sie humusaufbauende Massnahmen und somit auch gesunde Pflanzenbestände fördern will. Die dezentralen Parzellen führen dazu, dass das Düngermanagement des Demeterbetriebes wohlüberlegt werden muss.

Gute Flächenrotte herstellen

Entsprechend entschied sich die Biolandwirtin in Absprache mit dem Eigentümer im Herbst 2018 vor dem Pachtantritt auf der besichtigten Parzelle eine überwinternde Gründüngung der Sativa (Wintergrün) anzubauen. Die Hälfte der Gründüngung wurde Anfang Mai oberflächlich mit einem Geohobel eingearbeitet und zusätzlich mit einem Rottelenker auf Milchsäurebasis bespritzt. «Dadurch kann eine optimale Flächenrotte mit einer maximalen Nährstoffeinbindung und Humusaufbau bewerkstelligt werden» teilte uns Lara Feldmann mit. Beim Stechen einer Spatenprobe stellten die AK-Teilnehmer fest, dass bereits ein Grossteil der ehemaligen Gründüngung nicht mehr sichtbar war und vom Boden «verdaut» worden ist. Ebenfalls die Farbe des Oberbodens, der Geruch der Erde und das visuell aktive Bodenleben waren gute Indikatoren für einen aktiven, gesunden Boden. Lara Feldmann teilte den AK-Mitgliedern mit, dass sie auf diesem Teil der Parzelle eine reine Leguminosenmischung (OH Kleemix) für die Herstellung von Eiweiss-Trockenwürfeln (Swiss Green Protein) für die Milchkühe angesät hatte. Auf dem zweiten Teil der Parzelle, welche tags darauf gehobelt wurde, wollte die Betriebsleiterin Mais anbauen. Dies wird im Herbst ebenfalls in der nahegelegenen Trocknungsanlage zu Ganz-Pflanzenmaiswürfel verarbeitet und dient als Ergänzungs-/Leistungsfutter für die Milchkühe.

Muffig und wenig wüchsig

Die zweite Parzelle, welche besichtigt wurde und auf welcher im vergangenen Herbst Dinkel direkt mit einer Untersaat angesät wurde, war dagegen bescheiden aufgelaufen. Insbesondere angrenzend an den Wald, stellten die AK-Mitglieder fest, dass der Boden «muffig» und bedingt wüchsig war. Kam dazu, dass die zum gleichen Zeitpunkt gesäte Untersaat den Dinkel zu sehr konkurrenzierte. Noch im Feld diskutierten die Mitglieder mit der Biolandwirtin mögliche Optimierungen bezüglich Saatzeitpunkt der Untersaat (z.B. nach letzter Striegeldurchfahrt) und Varianten wie der Boden zukünftig verbessert und «gefüttert» werden könnte. Zurück auf dem Hofareal wurden mögliche Optimierungen der Hofdünger diskutiert. Denn gutes Futter für das Bodenleben stellt die Grundlage für einen gesunden und fruchtbaren Boden dar. Wie bereits beim letzten AK-Anlass auf dem Betrieb Silberdistel in Holderbank, ist die Betriebsleiterin bestrebt, den anfallenden Mist von den Kühen möglichst aufzuwerten. Die Mikrobielle Carbonisierung (MC), eine Kompostierungsmethode nach Walter Witte, kann ein Ansatz sein. Auf der Mistplatte wird der Tagesmist mithilfe eines Mistzetters homogenisiert, eventuell mit Gülle getränkt und auf der Mistplatte in Mietenform aufgesetzt und angedrückt (siehe Bild). Der Sauerstoffgehalt innerhalb der Miete sinkt auf ein Minimum (im Optimalfall < 1 Vol.%). Mithilfe des Sonnenlichts und der oberflächlichen Abdichtung kann ­innerhalb der Miete die mikrobielle Carbonisierung/Humifizierung starten und der aufgewertete Hofdünger kann nach zirca drei Monaten in wachsende Kulturen ausgebracht werden.

Das sagt ein Bauer dazu

Philipp Strahm aus Bern/Boudry über seine Erfahrungen mit dem Angebot des Arbeitskreises.

Nebst dem ich gerne die Freunde der ehemaligen Nebenerwerbskurs-Klasse (NEK) wiedersehe, bietet mir der Arbeitskreis einen regelmässigen Blick auf die Vielfalt dieses wunderbaren Berufes. Vom Besuch bei Lara Feldmann bleibt mir ihr ideologischer Ansatz in Erinnerung: Im Vordergrund steht das Wohl von Tier und Boden. Diese, gut versorgt, bieten die Grundlage für eine gesunde, fruchtbare und auch zukünftig erfolgreiche Landwirtschaft.

Da die Themenauswahl der verschiedenen Anlässe breit ist, komme ich auch mit Praktiken in Kontakt, welche mich zunächst wenig interessieren oder von denen ich noch nichts weiss. So können laufend neue Ideen für den eigenen Hof entstehen. Meine Kenntnisse zu mir schon besser bekannten Methoden werden durch die individuelle Umsetzung auf den besuchten Betrieben ergänzt und die eigene Routine kann kritisch hinterfragt werden. Das bereits bestehende Netzwerk der Klasse wird laufend mit Praktikern vergrössert. Eine wertvolle Ressource, wenn man dann doch noch eine Frage hat.

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