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Ackerbau: Gute Bedingungen für Krautfäule-Infektionen

Die nass-warme Witterung der vergangenen Woche hat die Ausbreitung von Krankheitserregern gefördert.

Das Wetter der vergangenen Woche war ideal für das Wachstum der Kartoffeln, aber auch für die Entwicklung der Kraut- und Knollenfäule. Temperaturen zwischen 10 und 24°C kombiniert mit Regen fördern Infektionen mit dem Krankheitserreger, mit dem Wind verbreiten sich dessen Sporen über weite Distanzen. Befälle wurden vom Genfersee bis zum Bodensee gemeldet, neue Befälle sind vor allem in der Westschweiz und dem Mittelland registriert worden.

Die Wetterbesserung, die für das Wochenende gemeldet wurde, senkt den Infektionsdruck. Es ist wichtig, den Schutz weiterhin aufrecht zu erhalten, und die Bestände auf Befall zu kontrollieren.

Krautfäule-Befall muss gemeldet werden

Wenn ein Befall mit Krautfäule im eigenen Feld festgestellt wird, sollten kranke Pflanzen, wenn möglich, mit Knollen vernichtet werden, um die Verbreitung der Sporen zu verhindern. Danach werden zwei Behandlungen innerhalb von vier bis fünf Tagen getätigt. Verwendet wird ein teilsystemisches Fungizid, welches mit einem Kontaktfungizid mit sporenabtötender Wirkung gemischt wird. Befälle sollten umgehend dem jeweiligen kantonalen Pflanzenschutzdienst oder direkt auf der Website von Phytopre gemeldet werden (siehe Link). Auflagen bezüglich ­Abschwemmung (z. B. Mapro; 4 Punkte) und Abdrift sind zu beachten.

Fehldiagnosen bei Alternaria möglich

Alternaria befällt vorwiegend geschwächte Pflanzen. So treten die ersten Symptome typischerweise zuerst auf den ältesten, schon leicht absterbenden Blättern auf. Scharf abgegrenzte, eckige, braunschwarze Flecken mit konzentrischen Ringen sind für die Pilzkrankheit charakteristisch. Diese Symptome kann man etwa mit Magnesiummangel, Ozonschäden etc. verwechseln. Eine Bachelorarbeit, welche 2019 an der HAFL durchgeführt wurde, hat die hohe Fehlerrate einer visuellen Diagnose aufgezeigt. Bei Regen nach trockenen, heissen Tagen oder bei Bewässerung in einer Trockenperiode herrscht die grösste Infektionsgefahr.

Ein Schutz mit spezifischen Mitteln, vor allem auf sensiblen Sorten wird spätestens ab Blüte empfohlen. Die meisten Fungizide haben eine Wirkung gegen Alternaria (v. a. Mancozeb), nicht alle Produkte wirken gleich stark. Einige Produkte haben gar keine Wirkung wie z. B. Infinito, Amphore Flex, Proxanil oder Leimay. Zur Erinnerung: Fungizide lindern nur die Schäden und müssen präventiv appliziert werden, da praktisch kein kurativer Effekt erzielt wird. Auf empfindlichen Sorten (Agria, Bintje, Charlotte, Innovator, Lady Claire, Markies, Panda) kann ein Spezialmittel hinzugefügt werden: Signum, Dagonis oder Produkte mit Difenoconazole wie Slick.

Blattflecken und Blattläuse an Zuckerrüben

Die Witterung hat das Auftreten von Pseudomonas-Blattflecken ermöglicht. Diese Flecken sind bakteriellen Ursprungs und wachsen aus. Eine Bekämpfung ist weder nötig noch möglich. Die Flecken treten entlang der Blattränder, Blattadern und an Verletzungen auf. Sie sind rund bis eckig mit dunklem Rand und hellem Zentrum. Darin kann kein Pilzmyzel erkannt werden.

Die Blattläuse sind dieses Jahr sehr stark in den Zuckerrüben verbreitet. Viele Bestände wurden behandelt, in manchen Parzellen konnten die Nützlinge überhandnehmen, aber vor allem bei spät aufgelaufenen Rüben kann es vorkommen, dass sie noch stark unter dem Blattlausdruck leiden. Pirimicarb ist momentan Mangelware, 100 g pro Hektare bekämpfen die Schwarze Rübenblattlaus.

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