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Ackerbau aktuell: Pilzkrankheiten auf dem Vormarsch

Das Wetter begünstigt Pilzkrankheiten in den Kulturen. Auch der Gelbrost wütet in den Getreidefeldern.

Bislang zeigte sich das Jahr zumindest wettertechnisch alles andere, als man es gewohnt ist. Allgemein werden aufgrund der Wetterkapriolen Pilzkrankheiten wie z.B. Septoria, aber auch Gelbrost, in ihrer Entwicklung begünstigt.

Problem Getreidehähnchen

Weizen an frühen Lagen befindet sich im Stadium Ährenschieben (DC 51-59). Der Befall mit Getreidehähnchen ist in diesem Jahr teilweise sehr stark, aber von Parzelle zu Parzelle sehr unterschiedlich. Insbesondere Saaten nach Mitte Oktober sind stärker betroffen. Die Schadschwelle ab dem StadiumDC 51 beträgt zwei Larven pro Fahnenblatt. Ist der Weizen noch in einem früheren Stadium, so liegt die Schadschwelle bei zwei Larven pro Halm. Um die Schadschwelle korrekt zu ermitteln, werden 10x Halme quer über das Feld verteilt ausgezählt. Auf stark befallenen Parzellen findet man oft drei und deutlich mehr Larven pro Halm. Audienz ist das einzige ohne Sonderbewilligung erlaubte Insektizid. Das aktuell trockene, gefrässige Wetter eignet sich für den Einsatz von Audienz 0,1 l/ha mit Heliosol 0,8 l/ha oder Break-Thru 0,2 l/ha. Alle anderen Mittel (z.B. Biscaya oder Gazelle) benötigen eine Sonderbewilligung, welche erteilt werden kann, sofern eine Nachbehandlung wegen ungenügender Wirkung nötig wird.

Der Befall hat zugenommen

Der Septoriabefall hat mit dem letzten Regen zugenommen und sich erwartungsgemäss deutlich ausgebreitet. In einigen Dinkel- und Weizenfeldern hat sich der Gelbrost zum Teil stark entwickelt. Gelbrost kann auch die Ähren befallen und Ertrag und Qualität reduzieren. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei einem Befallsherd (gelbes Nest im Feld) oder bei 3 bis 5 % befallenen Blättern. Die meisten Fungizide sind in Weizen bis Beginn Blüte bewilligt. Ab Blühbeginn bis Ende Blüte können Fungizide mit einer Zulassung gegen Ährenfusarien eingesetzt werden. Falls zur ­Blütezeit regnerisches Wetter herrscht, ist in Risikoparzellen (= Vorfrucht Mais, pfluglose Bodenbearbeitung, anfällige Sorte) ein bis zwei Tage nach Niederschlägen eine Behandlung mit einem Fungizid, welches bis Ende Blüte bewilligt ist, ins Auge zu fassen. Sie haben eine gute Wirkung gegen die übrigen Pilzkrankheiten. Bei der Ährenbehandlung wird der Einsatz von Doppelflachstrahldüsen und eine etwas höhere Fahrgeschwindigkeit empfohlen, da mit diesen Massnahmen die Anlagerung auf den obersten Pflanzenteilen gewährleistet wird und somit der Wirkungsgrad erhöht wird. Unter www.fusaprog.ch kann die Gefahr besser abgeschätzt werden. Viele Fungizide haben Abstandsauflagen zu Gewässern, welche berücksichtigt werden müssen. Es ist wichtig, daran zu denken und diese einzuhalten, denn das Monitoring der Oberflächengewässern läuft weiter und wurde deutlich intensiviert.

Letzte Korrekturen bei den Zuckerrüben

Der grosse Teil der Zuckerrübenfelder befindet sich im 6- bis 8-Blattstadium, ausgenommen derjenigen Parzellen, welche aufgrund der Trockenheit verspätet aufgelaufen sind oder Nachsaaten erforderlich waren. Parzellen mit Conviso-Rüben sind wiederum deutlich besser entwickelt als konventionelle. Letztgenannte Flächen präsentieren sich sehr unterschiedlich, hier hat das wechselhafte Wetter mit den kühlen, teilweise frostigen Temperaturen in Kombination mit dem Herbizideinsatz und der Trockenheit Spuren hinterlassen. Rein zeitlich steht der letzte Spritzeinsatz auf vielen Flächen an, teilweise wurde er auch bereits gemacht. Auf vielen Zuckerrübenfeldern finden sich schwarze Blattläuse. Als einziges Mittel ohne Sonderbewilligung zugelassen ist Pirimor (100 g/ha reichen völlig aus). Die Schadschwelle bei ­Rüben liegt bei 80 % befallene Pflanzen. Es muss darauf geachtet werden, dass Pirimor nicht in Rüben, welche im Ressourceneffizienzprogramm angemeldet sind, eingesetzt werden darf.

Den Mais überwachen

Beim Mais sind die Mulch-, Direkt- und Streifenfrässaaten bis ins 4-Blattstadium auf Schneckenbefall zu überwachen. Wo die Unkrautbekämpfung noch offen ist, sollte der Mais so früh als möglich behandelt werden. Aber Achtung: Um Schäden an der Kultur zu vermeiden, soll nach starken Niederschlägen oder kühlen Temperaturen mit der Herbizidbehandlung mindestens drei Tage zugewartet werden, damit sich die gestressten Maispflanzen wieder erholen und eine Wachsschicht aufbauen können. Eine Windenbekämpfung im Mais erfolgt am besten in einem separaten Durchgang im 6-Blatt-Stadium mit Dicamba. Für eine gute Wirkung sollten die Winden 20 bis 30 cm gross sein.

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