20 Millionen für Reduktion und Erforschung von Tierversuchen

Ein neues Nationales Forschungsprojekt soll während fünf Jahren dazu beitragen, die Anzahl Tierversuche zu reduzieren. Ausserdem werden ethische, rechtliche, soziale, kulturelle und ökonomische Aspekte von Tierversuchen erforscht.

Eine nachweisliche Reduktion der in der wissenschaftlichen Forschung benötigten Tierversuche und der Anzahl dafür verwendeter Tiere ist das eine Ziel des Nationalen Forschungsprogramms 79 (NFP 79). Andererseits soll das Projekt unter dem Namen «Advancing 3R – Tiere, Forschung und Gesellschaft» auch die ethische, rechtliche, soziale, kulturelle und ökonomische Seite von Tierversuchen zum Thema haben.

Drei Schwerpunkte

NFP 79 wird sich gemäss Mitteilung auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:

  • Innovation: Zur Entwicklung, Validierung oder Verbesserung von Methoden und Instrumenten. Beispielsweise Projekte zur Verwendung künstlicher Haut oder neuer Statistiktools.
  • Chancen und Barrieren in der Implementierung: Erarbeitung von Empfehlungen zur besseren Umsetzung der 3R-Prinzipien (siehe Kasten).
  • Ethik und Gesellschaft: Ethische und gesellschaftliche Aspekte von 3R und Tierversuchen sowie die Mensch-Tier-Beziehung.

Für die fünf Jahre Laufzeit ist ein Budget von 20 Millionen Franken vorgesehen. Damit sollen Projekte in den genannten Bereichen unterstützt werden.

Was bedeutet 3R?

Die Abkürzung 3R fasst drei Ansätze zusammen, mit denen die Praxis der Tierversuche verbessert werden sollen:

  • Replacement: Tierversuche ersetzen. Z. B. mit Zellkulturen arbeiten statt ganzen Tieren.
  • Reduction: Weniger Tierversuche insgesamt und weniger Tiere pro Versuch
  • Refinement: Belastung und Stress der Versuchstiere durch verbesserte Versuchs- und Haltungsbedingungen reduzieren. Ausserdem soll insgesamt der Erkenntnisgewiss pro Tier erhöht werden.

Weiterlesen

  • Für gewisse Tests schreibt die OECD allerdings Versuche an lebenden Fischen vor. (Bild Pixabay)

    Neue Methoden können Tierversuche reduzieren

    Die Giftigkeit von Chemikalien muss vor der Zulassung an Fischen getestet werden. Forschende der Eawag entwickelten einen Alternativtest mit Kiemenzellen, der ohne lebende Fische auskommt. Auch in anderen Bereichen setzen Wissenschaftler auf Labortests mit Zellen statt Tieren.
    Show more
  • Gewinnen Sie zwei Tickets für die OLMA 2026!

  • BLV: Auch 2019 sinkt die Zahl der Tierversuche