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Störungen beim Rübentransport lassen sich kaum verhindern

In den Güterverkehr wird zu wenig investiert, sagt Peter Imhof von der Schweizer Zucker AG. Davon ist auch der saisonale Rübentransport betroffen.

Im Jahr 2018 kündigte die Schweizer Zucker AG ihren Vertrag mit dem langjährig eingespielten Partner SBB Cargo und wechselte zu Privatdienstleistern – in der Westschweiz zur Sersa Group, in der Ostschweiz zur Swiss Rail Traffic, ab 2019 übernahm die TR Transrail den Ostschweizer Rübentransport (wir berichteten). Der Wechsel sowie die letztjährige Kampagne vollzogen sich nicht ganz reibungslos. Peter Imhof, Leiter des Rübenmanagements der Schweizer Zucker AG, erklärt, wie die Probleme zustande kamen.

Herr Imhof, warum ist der Rübentransport von Problemen gekennzeichnet?

Der Rübentransport ist komplex und von zahlreichen Faktoren abhängig. Auch mit SBB Cargo lief nicht alles reibungsfrei. Dazu kommt, dass sich beim Bahntransport in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen stark verändert haben. Der Personenverkehr wurde ausgebaut, was zu verminderten Kapazitäten für den Güterverkehr führte. Zudem wurden in den letzten Jahrzehnten kaum Investitionen in Verlande-Infrastrukturen für den nationalen Güterverkehr getätigt. Von dieser Entwicklung ist der Rübentransport als saisonaler Güterverkehr besonders betroffen. Ein weiteres Element ist der Lokführermangel, von dem die gesamte Eisenbahn- Branche betroffen ist.

Und warum funktionierte es nach dem Wechsel nicht?

Hauptursachen waren die fehlende Erfahrung der neuen Dienstleister, die erwähnten schwierigen Rahmenbedingungen sowie gewisse Hindernisse, die den Dienstleistern in den Weg gelegt wurden. Für 2019 konnten wesentliche Verbesserungen erzielt werden. In der Ostschweiz wurde der Auftrag neu an TR Transrail vergeben. Sie erbrachten bereits im ersten Vertragsjahr eine sehr gute Dienstleistung. Auch in der Westschweiz wurden grosse Fortschritte gemacht. Mit diversen Lokdefekten waren wir auch etwas vom Pech verfolgt.

Hat sich der Rübentransport aufgrund der Probleme mit der Bahn vermehrt auf die Strassen verlagert?

Die Verlagerung vom Bahn- auf den Strassentransport ist durch die verbesserte Leistungsfähigkeit des Strassentransports bis zu mittleren Distanzen bedingt. Für einen effizienten und kostengünstigen Bahntransport wären Infrastrukturen nötig, die den Rübenverlad von Ganzzügen mit möglichst wenig Rangierarbeiten ermöglichen. Diese sind leider kaum vorhanden. Auch auf mittleren Distanzen ist daher der Bahntransport im Vergleich zum Strassentransport oft nicht mehr konkurrenzfähig. Auf längeren Distanzen wird aber auch in Zukunft die Bahn das bevorzugte Transportmittel bleiben. Neben den ökonomischen wollen wir bewusst auch die ökologischen Faktoren berücksichtigen.

Welche Änderungen erwarten die Rübenbauern 2020?

Wie jedes Jahr haben wir zusammen mit den Transportorganisationen die vergangene Kampagne analysiert und Optimierungen in der Planung umgesetzt. In einzelnen Regionen werden aufgrund geänderter Rahmenbedingungen etwas mehr Rüben auf der Strasse transportiert. In Aarberg wird die Anlage für den Entlad der Strassenfahrzeuge umgebaut, so dass wir unabhängig vom Fahrzeugtyp die Rüben effizient entladen können und die Wartezeiten damit etwas reduzieren. Aufgrund der Rahmenbedingungen und der Komplexität ist jedoch auch in Zukunft beim Bahntransport mit vereinzelten Störungen zu rechnen.

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