ABO

Abschied am Feldrand: Jetzt übernehmen andere

Die Schweizer Zucker AG plant ab 2021 den Rübenanbau vom Transport zu trennen. Das soll wieder unter den Pflanzern für gute Stimmung und mehr Geld im Hosensack sorgen.

Im vergangenen Jahr machten sich Unstimmigkeiten zwischen den Pflanzern bemerkbar. Die Entschädigung für den Transport sei unterschiedlich hoch ausgefallen, trotz gleicher Distanzen. Dies kam aufgrund verschiedener Transportmöglichkeiten zustande.

Aktuell dürfen Pflanzer wählen, ob sie ihre Rüben selbstständig bei der Zuckerfabrik (SZU) abliefern (Modell A) oder die Organisation der Zuckerfabrik überlassen (Modell B und C). Die SZU kümmert sich dann um den Transport und übergibt diesen entweder einer Transportorganisation (TO) – z. B. dem Rübenumschlag Aargau oder der TO Frauenfeld – oder einem Lohnunternehmen. Die TO kann auf Wunsch den Rübentransport wieder an den Pflanzer übergeben.

Diese verzwickte Regelung führte jedoch zu unterschiedlichen Transportentschädigungen unter den Pflanzern. Für das Modell A erhielt ein Rübenbauer eine viel geringere Entschädigung von der Zuckerfabrik als für Modell B, bei dem die Transportorganisation für die Entschädigung des Pflanzers zuständig ist.

Die drei Modelle

Bis heute kann sich jeder einzelne Pflanzer für eines von drei Übernahmemodellen (A, B oder C) entscheiden. Damit sind Verlad sowie Transport der Rüben geregelt.

Modell A

Für den Transport der Rüben vom Feldrand bis in die Fabrik/Bahnstation ist der einzelne Pflanzer verantwortlich. Dafür erhält er eine Transportentschädigung (plus gefahrene Kilometer).

Modell B und C

Der Pflanzer überträgt Verlad und Rübentransport an die Zuckerfabrik. Diese delegiert die Arbeiten an eine Transportorganisation/TO (B) oder an ein Lohnunternehmen (C). Die TO kann den Auftrag wieder an den Pflanzer delegieren. Dieser wird gemäss vereinbarten Tarifen für den Transport entschädigt.

Die SZU möchte diese irritierende Regelung nun vereinfachen. Ab 2021 würde jeder Pflanzer die Delegation direkt an die Fabrik übertragen. Diese regelt dann den Verlad und Transport ab Feldrand. Pflanzer hätten laut Josef Meyer, Präsident des Schweizer Verband der Zuckerrübenpflanzer, dennoch die Möglichkeit ihre Rüben selbst zu fahren. Nur diesmal soll der Transport einheitlich entschädigt werden. Die SZU strebt damit einen günstigeren Transport und damit eine Erhöhung des Rübenpreises an.

Weiterlesen