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Kälbermäster zeigen sich an ihrer DV kämpferisch

2023 wurden über 1400 Mastkälber mehr in die Schlachthöfe geliefert als das Jahr zuvor. Auch die Preise waren erfreulich. Die Kosten sind aber angestiegen.

Inder Wirtschaft «Zur Schlacht» in Sempach LU fand die 72. Delegiertenversammlung des Schweizer Kälbermäster-Verbands (SKMV) statt. Die Eidgenossen hätten hier 1386 die Habsburger bekämpft, erklärte Vorstandsmitglied Fabian Hüsler in seiner Begrüssung. «Auch unser Verband kämpft heute an vielen Fronten. Einerseits für wirtschaftliche Preise, andererseits aber auch für gute politische Rahmenbedingungen und die Anerkennung der Kälbermast als wichtiges Glied in der Rindviehhaltung», so der Landwirt aus Hildisrieden LU weiter.

Nachfrage bestimmt Tierzahl

Kämpferisch zeigte sich auch Markus Kretz, der Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands, in seinem Referat. Viele Bestrebungen in der Politik würden sowohl auf nationaler als auch auf kantonaler Ebene in Richtung weniger Fleisch in der zukünftigen Ernährung zeigen. Diese Tendenzen schmerze insbesondere Luzern als Tierhaltungskanton. «Allerdings heisst es im 180-seitigen Klimabericht des Kantons Luzern aber auch, dass sich die Tierzahlen anhand der Nachfrage entwickeln sollen.» Der Fleischkonsum in der Schweiz gehe momentan aber nicht zurück. Die Politik habe sich auch nicht einzumischen, was die Schweizer auf dem Teller hätten. «Das regelt der Markt», so Markus Kretz.

Tiefste Tränkerpreise

Auch im Kalbfleischmarkt war im vergangenen Jahr nichts von einem sinkenden Fleischkonsum zu spüren. «Trotz sinkenden Milchkuhbeständen haben wir Kälbermäster letztes Jahr 1456 Tiere mehr in die Schlachthöfe geliefert», so SKMV-Präsident Marcel Dettling. Gesamthaft wurden 191 234 Tiere gemästet. Die Preise lagen bei durchschnittlich Fr. 15.20 pro kg SG für Kälber T3. Das seien zwar Fr. 0.67 unter dem Vorjahresmittel, jedoch immer noch auf hohem Niveau.

Kälbermäster zeigen sich an ihrer DV kämpferisch
Der realisierte Schlachtpreis für Kälber (QM KV T3) lag 2023 bei Fr. 15.20/kg, 67 Rappen tiefer als 2022.

Wenig euphorischer der Start ins Jahr 2024

Nicht nur die Mastkälberpreise waren für die Mäster positiv, auch die Tränkerpreise kamen ihnen entgegen. «Das saisonale Überangebot von Anfang Jahr sorgte dafür, dass der Preis lange Zeit auf tiefem Niveau blieb, und auch der Preisanstieg im Sommer hielt sich in Grenzen. Die durchschnittlichen Tränkerpreise waren im Jahr 2023 so tief wie noch nie», erklärte SKMV-Geschäftsführerin Andrea Wiedmer erfreut. Etwas weniger euphorisch sei hingegen der Start ins Jahr 2024 gewesen.

Die Schweizer Kälbermäster können trotz gestiegenen Kosten auf ein relativ gutes Jahr zurückblicken. Der Start ins 2024 war aber infolge der gesunkenen Marktpreise weniger erfreulich.
Die Schweizer Kälbermäster können trotz gestiegenen Kosten auf ein relativ gutes Jahr zurückblicken. Der Start ins 2024 war aber infolge der gesunkenen Marktpreise weniger erfreulich.

Res Büeler aus Rüeterswil SG in den Vorstand gewählt

42 Delegierte und 25 Gäste nahmen an der DV teil. Da die Mitgliederzahlen und damit auch die Zahl der Delegierten des SKMV von Jahr zu Jahr rückläufig waren, stellte der Vorstand den Antrag, die Delegiertenzahl fix auf 50 festzulegen. Die Verteilung an die kantonalen und regionalen Sektionen erfolgt anhand der Mitgliederzahlen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Einstimmig wurde auch Kälbermäster Res Büeler aus Rüeterswil SG für die Sektion St. Gallen in den Vorstand gewählt. Er ersetzt den nach 17 Vorstandsjahren zurückgetretenen Wendelin Jud.

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