Die Berner Junglandwirtinnen und Junglandwirte (Jula) stehen kurz vor der Gründungsversammlung zum Verein Jula Bern. Nächsten Freitag, 19. April, ist es so weit (siehe Kasten unten). Wieso aber braucht es einen Verein für die Berner Junglandwirte, wenn diese doch bereits im Berner Bauernverband (BEBV) eine eigene Fachkommission (FK Jula) halten? Diese und weitere Fragen der BauernZeitung hat Patrik Siegrist aus Heimenschwand beantwortet. Er wird als Gründungspräsident amten und sich auch als Vereinspräsident zur Wahl stellen.

Keine Abspaltung

Eines betont Patrik Siegrist gleich zu Beginn: «Wir spalten uns nicht vom Berner Bauernverband ab. Wir Junglandwirte können als Verein jedoch mehr Verantwortung übernehmen und finanziell unabhängig sein.» Die Jula-Kommission des BEBV soll als Folge der Vereinsgründung aufgelöst werden. Dies geschieht jedoch frühestens an der Bauernverbands-Mitgliederversammung im nächsten Jahr. Heute arbeiten in der Jula-Kommission nach mehreren Abgängen nur noch sieben Personen mit. «Mit sieben Personen die Interessen unserer Altersgruppe des ganzen Kantons Bern vertreten, ist schwierig», erklärt Patrik Siegrist. Er erhofft sich, durch den Verein seine Altersgruppe besser miteinander vernetzen zu können. «Das ist uns das Wichtigste», erklärt er.

Der Verein Jula Bern werde parteineutral sein. Gesucht sind jedoch auch Leute, die ihre Meinung kundtun. Siegrist wünscht sich für künftige Vereinsanlässe lebhafte Diskussionen, um die breite Meinung der Berner Junglandwirt(innen) zu erfahren. Der Junglandwirt erhofft sich zudem, dass das Mitmachen im Verein Jula Bern für einige Berufskolleginnen nur ein erster Schritt sei und sich einige später auch in anderen Gremien engagieren werden. Dass das funktioniert, würden andere Organisationen in der Landwirtschaft zeigen. «Auch wir brauchen gute Leute, die sich an der Front einsetzen», betont Patrik Siegrist. Und ebensolche Leute erhoffen sich die Verantwortlichen mit der Vereinsgründung zu finden.

«Auch wir brauchen gute Leute, die sich an der Front einsetzen.»

Patrik Siegrist hofft, diese Leute an der Gründungsversammlung zu finden.

Verbindung bleibt

Die Verbindung zum BEBV werde weiterhin eng sein. Die Arbeit in der FK Jula wird auch nach der Vereinsgründung bis zur Auflösung der FK weitergeführt. Auch Zusammenarbeiten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, wie etwa an der Publikumsmesse BEA, würden als Verein weitergeführt. Den Sitz der bernischen FK Jula in der Fachkommission Junglandwirte beim Schweizer Bauernverband wird der Verein Jula ebenfalls weiter besetzen. Dass das kein Problem ist, zeige das Beispiel Zürich. Denn die Zürcher Junglandwirt(innen) seien schon länger eigenständig als Verein unterwegs.

Regionen abdecken

Alle sieben Mitglieder der Jula-Kommission werden sich an der Gründungsversammlung zur Wahl als Vorstandsmitglieder stellen. An der Vereinsgründung soll der Vorstand bis auf zehn Personen erhöht werden. Dies, um alle Regionen des Kantons gut abdecken zu können. Auf eine Geschäftsführung wird vorderhand verzichtet. Die Mitglieder des Vorstandes würden sich die Aufgaben teilen.

Zahlreiches Erscheinen

Und dann stellt sich noch die Frage nach den Finanzen. Der Vorstand werde zunächst ehrenamtlich tätig sein, erklärt Patrik Siegrist. Der jährliche Mitgliederbeitrag solle so gering wie möglich ausfallen. Der Entscheid darüber und auch über das Tätigkeitsprogramm werde an der Gründungsversammlung gefällt. Für die Finanzierung dieser Versammlung würden Sponsoren gesucht. «Ich bin zuversichtlich, dass wir von Sponsoren genügend unterstützt werden», betont der Junglandwirt. Nun bleibt für den Gründungspräsidenten und seine Mitstreiter(innen) nur noch eine grosse Unbekannte: die des Publikumsaufmarsches. «Wir wissen nicht, ob 50 oder 100 Personen kommen.» Der künftige Vorstand hofft jedoch auf zahlreiches Erscheinen.

Die Gründung

Die Gründungsversammlung des Vereins Jula Bern findet am 19. April um 20 Uhr in der Glütschstube, Glütsch in Zwieselberg, statt. Eingeladen sind alle jungen Frauen und Männer aus der Berner Landwirtschaft bis 35-jährig. Ein Ziel des Vereins ist die Vernetzung sowie das Einholen und breite Abstützen der Meinung dieser Altersgruppe.