In einem Postulat fordern die Nidwaldner Landräte Paul Odermatt, Armin Odermatt und Mitunterzeichnende den Regierungsrat auf, den Schutz der Bevölkerung, insbesondere von Kindern, vor dem Wolf zu prüfen. Das Raubtier dringe immer mehr in Siedlungsgebiete ein. Zu klären sei auch, ob die Interessen der Berggebiete im Bereich der Alp- und Landwirtschaft sowie des Tourismus ausreichend berücksichtigt würden.
Drei Jahre keine Risse
Damit die Land- und Alpwirtschaft auch mit der Präsenz des Wolfes ohne unzumutbare Einschränkungen bestehen kann, stehe das Umsetzen von wirksamen Massnahmen für den Herdenschutz im Zentrum, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons Nidwalden. Landwirte sind zwar nicht dazu verpflichtet, sondern agieren eigenverantwortlich. Sie werden dabei aber fachlich beraten und finanziell durch die öffentliche Hand unterstützt. Vor einigen Jahren wurde zudem den Landwirten ein komplettes Notfallset mit Zäunen, Blinklampen, Viehhüter und weiteren Utensilien für einen sofortigen Ernstfall bereitgestellt. Daneben sei auch der lokale SMS-Frühwarndienst für Nutztierhalter hervorzuheben.
Mehr Wölfe wahrscheinlich
Der Regierungsrat stelle fest, dass das Thema Wolf im Kanton Nidwalden bereits aktiv bearbeitet werde, heisst es in der Mitteilung. Ferner erarbeite die Regierungskonferenz der Gebirgskantone aktuell ein Grundlagenpapier für das Wolfsmanagement. Dennoch spricht sich der Regierungsrat dafür aus, den Schutz der Bevölkerung vor dem Wolf grundlegend zu prüfen und daraus allfällige Massnahmen abzuleiten. Es müsse damit gerechnet werden, dass die Wolfspopulation in der Schweiz weiter zunehme und auch wieder eine erhöhte Präsenz in Nidwalden möglich sei. Daher wird dem Landrat beantragt, das Postulat gutzuheissen.

