Es sind einige Besonderheiten, welche die Schwarzbrenner und Co. GmbH im Ortsteil Moskau auszeichnen. Allein schon, was den Namen der Brennerei wie auch der Standort betrifft: Hinter der Kleinbrennerei direkt beim Zollübergang in Ramsen SH stecken Sandro Knöpfli und Daniel Sandmeier. Die beiden gründeten das Unternehmen zur Herstellung von alkoholischen Getränken 2021 quasi als Quereinsteiger. Im selben Jahr schafften der gelernte Tiefbaupolier und der gelernte Motorradmechaniker die mobil einsetzbare, dreiteilig gegliederte «Häfelibrennerei» an.
36 Brennereien öffneten ihre Tore
Am 8. November, dem Tag der offenen Brennereien (siehe Kasten unten), nutzten Sandro Knöpfli und Daniel Sandmeier die Gelegenheit, um von ihrem Handwerk zu erzählen: «Die Brennerei ist auf einem Rahmen aufgebaut, damit wir sie einfach transportieren können», erklärte Knöpfli. Somit kann sie auch für Events andernorts eingesetzt werden. Die Brennerei wird entweder mit Strom oder mit Holz aufgeheizt, sodass sie fast überall betrieben werden kann. Doch vorwiegend kommt sie am Firmenstandort in Ramsen zum Einsatz. Häufig sind es Lohnkunden, welche die Dienstleistung in Anspruch nehmen. «Auf Wunsch brennen wir auch Kleinstmengen», sagte Daniel Sandmeier.

«Häfelibrennerei» löst Staunen aus
Doch die beiden Firmengründer sind auch für das eigene Geschäft tätig. Sie brennen leidenschaftlich gerne – zum Beispiel Whisky oder Gin. Zum Sortiment gehören zudem saisonale Produkte aus Obst und anderen Früchten sowie Liköre. In der Brennerei in Ramsen herrschte am Samstagnachmittag reges Treiben. Stauend standen die Besucher(innen) um die glänzende, moderne «Häfelibrennerei». In der 148 Liter grossen Brennblase, die zum Aufheizen von einem Wasserband umgeben ist, kochte die vergorene Malzmaische für einen Whisky.
In zwei Jahren zum Whisky
Für eine gleichbleibende Wärmeverteilung in der Brennblase sorgt ein Rührwerk, das ein Anbrennen verhindert. Während dieses Prozesses steigen die durch die Wärme gebildeten Alkoholdämpfe auf und sammeln sich in der Blase. Über das Geistrohr gelangen diese durch mehrere Kammern und werden immer wieder einer Art Reinigung unterzogen. Danach steigen die Alkoholdämpfe im Dephlegmator (Kondensator) auf, wobei eine Teilkondensation erfolgt. Die Dämpfe mit einem hohen Siedepunkt werden schlussendlich in den Kühler geleitet, wobei diese durch die Kühlung verflüssigt werden. Schliesslich fliesst der klare Branntwein über den Destillatauslauf in den Messeimer. Der frisch gebrannte Whisky wird direkt in ein kleines Holzfass eingefüllt. Während der nun zweijährigen Lagerung nimmt der Branntwein die für Whisky typischen Geschmacksnoten auf. Zudem sorgt das Holz dafür, dass der Whisky seine goldgelbe Farbe erhält.
Offene Türen
Kürzlich hat der Verband «Die Schweizer Brenner» den Tag «Die Schweiz brennt» organisiert – dies bereits zum 10. Mal. Über das ganze Land verteilt öffneten 36 Kleinst- bis Grossbrennereien ihre Türen. So auch die «Schwarzbrenner» aus Ramsen. Damit will man aufzeigen, wie ein traditionsreiches Gewerbe aus erlesenen Rohstoffen Edelbrände herstellt.

