Ganz im Zeichen der in der kommenden Woche stattfindenden Bio-Suisse-DV stand die Generalversammlung der Mitgliedsorganisation (MO) Bio ZH/SH.
Bio ZH/SH für Ostschweizer
Ruedi Vögele, Co-Präsident, präsentierte die Anträge und stellte sie zur Diskussion, so dass die sechs Delegierten von Bio ZH/SH gemäss der Ansichten der Zürcher und Schaffhauser Bioproduzenten am nächsten Dienstag abstimmen werden. Grosse Diskussionen gab es dazu nicht.
Klar ist, dass die Delegierten der MO Bio ZH/SH den Anträgen aus der Ostschweiz folgen werden. Das betrifft den Antrag von Bio Grischun. Darin wird verlangt, dass Bio Suisse zur Grossraubtierproblematik Position bezieht und sich für eine Obergrenze beziehungsweise Regulierung des Wolfsbestands einsetzt. Angriffe auf Haus- und Nutztiere sowie Annäherungen an Siedlungen, Einzelhöfe und Menschen durch den Wolf sollen nicht toleriert werden.
Für Rahel Beglinger
Bio-Suisse: Mit Rahel Beglinger steigt erstmals eine Glarnerin ins Rennen um einen Vorstandsitz
Die 39-Jährige möchte den Sitz des Bündners Claudio Gregori erben. «Ich sehe hier eine tolle Möglichkeit, mich einzubringen und mitzugestalten», sagt die Biobäuerin, die mit ihrer Familie den Sommer auf der Nüenalp im Kanton Glarus verbringt.LesenAufgrund eines Antrags von der MO Bio Ostschweiz wird nicht der Bio-Suisse-Vorstand die Abstimmungsparolen fassen, sondern die Delegiertenversammlung am nächsten Dienstag. Das betrifft die Biodiversitäts-Initiative und deren Gegenvorschlag.
Auch steht am kommenden Dienstag eine Ersatzwahl für den freiwerdenden Vorstandssitz von Claudio Gregori (Präsident Bio Grischun) an. Bio ZH/SH unterstützt die Kandidatur von Rahel Beglinger aus dem Kanton Glarus, so Vögele an der Hauptversammlung.
Bitte besser lobbyieren
Auch Co-Präsident Heinz Höneisen kam zu Wort. Er ist genervt von der Regulierungsflut seitens des Bundesamts für Landwirtschaft und den jeweiligen Forderungen des Parlaments. «Wie kann denn die Landwirtschaft noch ökologischer werden, als das, was wir Biobauern schon heute machen? Ständig kommen neue Vorschriften, die uns in ein Korsett sperren», so Höneisen. Der Zürcher Co-Präsident fordert, dass Bio Suisse in Bern verstärkt lobbyieren müsse. «Sag das bitte weiter», sagte er an Sepp Bircher gerichtet. Bircher ist Vorstandsmitglied von Bio Suisse und war aus Malters LU angereist. Er richtete die Grüsse von Bio Suisse aus und bedankte sich für das grosse Engagement der Biobauern in Zürich und Schaffhausen.
Ostschweizer Biobauern ticken anders und kritisieren den Dachverband
Die Bioproduzenten aus dem Thurgau und aus St. Gallen kritisierten Bio Suisse. Stein des Anstosses war die Parolenfassung zur Biodiversitäts- und Landschaftsschutziniitiaven. Aber auch, dass die Bio-Suisse-Imagefilme wie Werbefilme daher kämen, und nicht den wirklichen Bioanbau wiedergeben würden. Dora Fuhrer, Vorstandsmitglied von Bio Suisse, hatte einen schweren Stand.Es geht nur um den Preis

Gäste an der Hauptversammlung waren Christian Rathgeb und Werner Brunner, Geschäftsführer der Terraviva AG, die beide in der Biogemüseproduktion und im Handel tätig sind. Rathgeb ist Teil einer Familien-AG, die sich kürzlich mit der Kellermann Gemüse zusammenschloss (BauernZeitung vom 6. April). Die Terraviva AG hingegen ist eine Produzentenorganisation, bei der das Firmenaktienkapital in den Händen von Bioproduzenten liegt.
Christian Rathgeb verhehlte nicht, dass der Absatz schwieriger geworden sei. Die Konsumenten seien preissensibler geworden und der Druck, den der Detailhandel ausübt, sei gestiegen. «Preissenkungen haben ihre Grenzen, denn die Anforderungen durch die Richtlinien und an die Qualität steigen beständig», sagte er. «Viel ist von Biodiversität und Nachhaltigkeit die Rede, aber am Schluss dreht sich alles um den Preis.»
Den Preisdruck spürt auch Terraviva. Dennoch investiert sie in Kerzers FR im Rahmen des Projektes zur regionalen Entwicklung (PRE) Biogemüse Seeland in einen Neubau. Der Bezug ist auf Ende 2024 geplant.
Mögen Rathgeb und Terraviva noch so unterschiedlich aufgestellt sein, so geschäften sie doch gemeinsam. In der AllianceSuisse Bio AG halten sie je 50 Prozent des Aktienpakets. Diese AG bzw. Vermarktungsplattform ist der einzige Zwischenhändler, der den Coop-Kanal mit einem Vollsortiment an Biogemüse beliefert.
Von Jahr zu Jahr mehr Bio's

Die Mitgliederzahl steigt von Jahr zu Jahr – auf Ende Jahr waren es 490 Biobauern. «In diesem Jahr werden wir die 500er-Marke knacken», so Ruedi Vögele. Dazu beigetragen haben die Umstellerabende, die Bio ZH/SH zusammen mit dem Strickhof organisierte. «Beim Strickhof gibt es in der Bioberatung personelle Änderungen», gab Höneisen bekannt. Auf Ende des Schuljahres verlässt Katrin Carrel den Strickhof. Neu sind Maria Hug und Milada Quarella in der Bioberatung.

